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Wasserstoff zum Anfassen: ASTAG am Abend in Gossau

Veröffentlicht am 21.05.2026 | Aktualisiert am 29.05.2026 | von Dominique Durtschi

Vom Strom zur Fahrt: In Gossau wurde Wasserstoff konkret erlebbar. Bei «ASTAG am Abend» zeigte sich, wie aus regional produzierter Energie ein einsatzfähiger Antrieb wird – und was das für den Gütertransport bedeutet. Zugleich bot der Anlass Raum für persönlichen Austausch und Vernetzung innerhalb der Branche.

Den Einstieg machte Daniel Balmer, Transportlogistikleiter bei der Genossenschaft Migros Ostschweiz, der den Stellenwert von Wasserstoff einordnete. Seine Kernaussage: Wasserstoff ist keine Konkurrenz zur Batterie, sondern eine sinnvolle Ergänzung, nicht nur im Transport, sondern auch in industriellen Anwendungen und Gebäuden. Diese Perspektive zog sich durch den ganzen Abend. In Ergänzung dazu gab Niels Volken, Leiter Politik bei der ASTAG, einen Einblick in die aktuelle politische Entwicklung rund um die LSVA und deren Weiterentwicklung.

Vom Strom zum Wasserstoff und auf die Strasse

Der praktische Teil des Abends führte die Teilnehmenden direkt in die Wertschöpfungskette: von der Produktion über die Logistik bis zur Anwendung im Fahrzeug. Vor Ort wurde aufgezeigt, wie Wasserstoff vollständig lokal produziert wird – vom Strom bis zum Endprodukt. Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie Wasserstoff für rund 40 Lastwagen bereitstellen kann, mit einer maximalen Produktionskapazität von bis zu 250 Tonnen pro Jahr. Die Befüllung eines Speichertanks dauert dabei rund acht Stunden, ein Hinweis auf den technischen Aufwand hinter der Energieform.

Auch die Logistik wurde konkret greifbar: Der Wasserstoff wird in Wechselbehältern transportiert und zur AVIA-Tankstelle von Osterwalder St. Gallen AG geliefert. Dort können jährlich bis zu 150’000 Kilogramm Wasserstoff abgegeben werden. Dahinter steht ein funktionierender Regelkreis zwischen Energieproduktion, Infrastruktur und Anwendung: Beteiligt sind unter anderem SAK, Osterwalder St. Gallen AG und SN Erneuerbare Energie AG sowie die Abnehmer, wie beispielsweiseMigros, Coop, und Spar. Die anschliessende Betankung eines Lastwagens erfolgt hingegen effizient: In rund 10 bis 15 Minuten ist ein Fahrzeug wieder einsatzbereit, ein entscheidender Faktor für den Einsatz im Transportalltag.

Fahrzeuge im Alltag: kein Pilot mehr, sondern Betrieb

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Fahrzeugen selbst und hier wurde deutlich: Wasserstoff ist bereits im Alltag angekommen. Bei der Migros Ostschweiz sind verschiedene Wasserstoff-Lastwagen im operativen Einsatz, darunter Modelle von Hyundai, Iveco und neu auch Scania. Mit der Auslieferung der Fahrzeuge Nummer zwei und drei des neuen Wasserstoff-Scania baut Migros Ostschweiz dieses Engagement weiter aus. Ergänzt wird der Nutzfahrzeugbereich durch Anwendungen im Personenverkehr: Der Toyota Mirai steht bei Herold Taxi im Dauereinsatz und zeigt, dass sich die Technologie auch im täglichen Personenverkehr bewährt. Neben der Präsentation der Fahrzeuge konnten die Teilnehmenden auch selbst Erfahrungen sammeln: Eine Probefahrt mit dem Toyota vermittelte ein direktes Fahrgefühl: ruhig, kraftvoll und praxistauglich.

Austausch, Einordnung und Genuss

Nach den technischen Einblicken bot der zweite Teil des Abends Raum für Austausch und Vernetzung. Beim gemeinsamen Abendessen wurden Eindrücke vertieft und diskutiert.

Für einen besonderen Rahmen sorgte die Brauerei Schützengarten, die den Anlass mit einer begleiteten Bierdegustation bereicherte, inklusive Hintergrundgeschichten zu den einzelnen Sorten, auch im alkoholfreien Bereich.

Dank an die Partner

Der Anlass hat gezeigt, wie wichtig das Zusammenspiel verschiedener Akteure ist: von der Energieproduktion über die Infrastruktur bis zu den Transportunternehmen und dem Detailhandel.

Ein besonderer Dank gilt den beteiligten Partnern und Sponsoren, insbesondere AVIA VOLT, Genossenschaft Migros Ostschweiz, Osterwalder, Schützengarten, Herold-Taxi und Toyota, die diesen praxisnahen Einblick überhaupt möglich gemacht haben.