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Neue Perspektive für die Ladeinfrastruktur: ASTAG Charge startet in der Praxis

Veröffentlicht am 19.05.2026 | Aktualisiert am 21.05.2026 | von Dominique Durtschi

Mit ASTAG Charge geht eine neue, verbandsinterne Plattform für Ladeinfrastruktur im Schwerverkehr in den Betrieb. Bereits kurz nach dem Start beteiligen sich zahlreiche Transportunternehmen an der Pilotphase. Ziel ist der Aufbau eines gemeinsamen Netzwerks, das den Zugang zu Ladeinfrastruktur erleichtert, bestehende Kapazitäten besser nutzt und die Zusammenarbeit innerhalb der Branche stärkt.

Seit Anfang Mai 2026 ist ASTAG Charge offiziell live. Die Plattform ermöglicht es Mitgliedern, Ladeinfrastruktur gemeinsam zu nutzen und Ladestrom innerhalb des Verbandes anzubieten oder zu beziehen. Umgesetzt wird ASTAG Charge gemeinsam mit dem Plattformbetreiber Depotcharge (Evolve Energy GmbH) sowie dem Projektpartner OGIL. Ziel ist eine praxisnahe Lösung, die sich an den konkreten Bedürfnissen des Schweizer Transportgewerbes orientiert und im laufenden Betrieb weiterentwickelt wird.

Das Angebot richtet sich exklusiv an ASTAG-Mitglieder und basiert auf dem Grundsatz «von Mitgliedern für Mitglieder». Im Fokus steht der Aufbau eines schweizweiten Netzwerks für Ladeinfrastruktur sowie ein möglichst einfacher, transparenter und wirtschaftlich sinnvoller Zugang zu Ladestrom.

Kick-off setzt starkes Zeichen für die Branche

Der offizielle Startschuss erfolgte am Kick-off-Event, an welchem ASTAG Zentralpräsident Thierry Burkart gemeinsam mit dem Softwarepartner Depotcharge (Evolve Energy GmbH) den Zusammenarbeitsvertrag unterzeichnete. Rund 20 Pilotunternehmen nutzen die Plattform bereits aktiv. Für ASTAG Geschäftsleitungsmitglied Franco Digirolamo ein starkes Signal: «Diese Zahl zeigt klar, dass sich die Branche bewegt und Vertrauen in dieses Projekt hat. ASTAG Charge ist kein Theoriekonzept mehr, sondern bereits gelebte Praxis.»

Im Zentrum des Anlasses standen Einblicke in die Zielsetzung und die rasche Entwicklung des Projekts. Innerhalb von vier Monaten wurde aus ersten Gesprächen zwischen Transportunternehmen ein funktionierendes System mit ersten Live-Standorten aufgebaut. Heute nutzen bereits über 20 Unternehmen mit rund 260 Elektro-LKW die Plattform. Parallel dazu haben sich über 50 Betriebe für die Betaphase angemeldet und eine Mehrheit der befragten Mitglieder signalisiert grundsätzliches Interesse am Angebot.

Die Motivation hinter ASTAG Charge ist klar: Bestehende Ladeinfrastrukturen sollen besser ausgelastet, zusätzliche Ladepunkte im Alltag verfügbar gemacht und gleiche Voraussetzungen für alle Mitglieder geschaffen werden. Im Gegenzug bietet die Lösung auch für Unternehmen ohne eigene Ladeinfrastruktur Zugang zu einem funktionierenden Ladenetzwerk. Damit versteht sich ASTAG Charge nicht als Einzelangebot, sondern als gemeinschaftliches Projekt der Branche: ein Ökosystem von Mitgliedern für Mitglieder.

Einblicke aus der Praxis lieferte unter anderem Roland Stuber von F. Stuber Transporte AG, Mitglied der Arbeitsgruppe und Teilnehmer der Pilotphase: Für Transportunternehmen vereinfacht ASTAG Charge die Administration spürbar, reduziert den Aufwand für Abrechnung und Zugangssysteme und erleichtert das Laden im Alltag. Gleichzeitig fliessen die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb direkt in die Weiterentwicklung der Plattform ein, etwa bei der Fahrer-App, der Reservation von Ladepunkten oder der Anbindung an bestehende Systeme.

Mit der Vertragsunterzeichnung setzte der Verband einen wichtigen Meilenstein und unterstrich den Anspruch, die Elektrifizierung des Gütertransports aktiv voranzutreiben. Langfristig verfolgt ASTAG das Ziel, mit ASTAG Charge eine führende Plattform für das Laden von Nutzfahrzeugen in der Schweiz zu etablieren.

Nutzen für Branche und Mitglieder

Mit ASTAG Charge entsteht eine praxisnahe Lösung, die den Zugang zu Ladeinfrastruktur für Elektro-LKW deutlich vereinfacht. Bestehende Kapazitäten werden besser genutzt und innerhalb der Branche zugänglich gemacht. Die Plattform bietet insbesondere folgende Vorteile:

  • Nutzung bestehender Ladeinfrastrukturen innerhalb des ASTAG-Netzwerks
  • Kostengünstiger Bezug von Ladestrom im Vergleich zu öffentlichen Netzen
  • Zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für Anbieter von Ladeinfrastruktur
  • Aufbau eines schweizweiten Ladenetzwerks aus der Branche für die Branche
  • Exklusive Nutzungsmöglichkeiten für ASTAG-Mitglieder
  • Einfache, digitale Abwicklung über eine zentrale Plattform

Besonders kleinere und mittlere Transportunternehmen profitieren. Betriebe ohne eigene Ladeinfrastruktur erhalten Zugang zu einem wachsenden Netzwerk von Ladepunkten und können ihre Fahrzeuge zu attraktiven Konditionen laden. Damit schafft ASTAG Charge Voraussetzungen, damit auch kleinere Unternehmen wirtschaftlich und praktikabel in die Elektromobilität einsteigen können.

Strategische Ziele

ASTAG Charge ist als langfristige Branchenlösung angelegt. Ziel ist es, die Plattform in den kommenden Jahren als zentrale Ladeplattform für Elektro-Lastwagen in der Schweiz zu etablieren. Bis Ende 2026 sollen:

  • rund 100 Unternehmen aktiv auf der Plattform vertreten sein
  • mindestens 500 Fahrzeuge Teil des Netzwerks sein
  • diese Fahrzeuge im Durchschnitt einmal pro Woche über ASTAG Charge laden

Damit entsteht schrittweise ein schweizweites Netzwerk mit breiter Abdeckung und einer praxisnahen Alternative zu bestehenden Ladeangeboten.

Hohe Resonanz aus dem Markt

Die Rückmeldungen aus der Branche bestätigen das Interesse an einer gemeinsamen Lösung. Neben den aktuell rund 20 Pilotteilnehmenden haben sich bereits rund 50 weitere Unternehmen für die nächste Projektphase registriert. Auch eine vorgängige Mitgliederbefragung der ASTAG zeigt ein deutliches Bild: Rund 72 Prozent der teilnehmenden Betriebe bekunden Interesse an ASTAG Charge. Darüber hinaus stösst die Plattform auch bei externen Marktteilnehmenden auf Aufmerksamkeit. Die ASTAG steht im Austausch mit verschiedenen Partnern aus den Bereichen Energie, Software und Infrastruktur, um die Lösung gezielt weiterzuentwickeln und in bestehende Marktstrukturen einzubetten.

 

Nächste Schritte

In den kommenden Monaten wird die Pilotphase konsequent weitergeführt und ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse fliessen direkt in die Weiterentwicklung der Plattform ein.

Die nächsten Meilensteine:

  • Weiterführung und Optimierung des Pilotbetriebs
  • Start der Betaphase spätestens im August 2026
  • Durchführung eines Branchenupdates bzw. Webinars zur Funktionsweise und zum Nutzen von ASTAG Charge
  • Vollständiger Rollout und Öffnung für alle ASTAG-Mitglieder ab November 2026

Der nationale Rollout ist im Rahmen des ASTAG Branchentags AS-TAG 2026 in Thun vorgesehen. Mit ASTAG Charge baut die ASTAG ihre Rolle als Branchenplattform weiter aus und unterstützt die Entwicklung gemeinsamer Lösungen für die Herausforderungen der Elektrifizierung.

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