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Zu Gast bei Froneri Schweiz in Rümlang

| Aktualisiert am 20.08.2026 | von Anita Moresi

Von der Tiefkühlhalle bis zum Kiosk: Beim Austausch-Workshop «Zu Gast bei» zeigte Froneri eindrücklich, wie viel Präzision, Planung und Fachwissen nötig sind, damit die Glace in der ganzen Schweiz perfekt gekühlt ankommt.

Im Rahmen des Austausch-Workshops «Zu Gastbei» gewährte Froneri Schweiz in Rümlang spannenden Einblick in die Welt der Tiefkühllogistik. Bereits um 8.30 Uhr startete das Treffen herzlich mit Kaffee und Gipfeli. Nach der Begrüssung stellte Froneri das Unternehmen und seine Tätigkeiten vor und zeigte eindrücklich auf, welche Bedeutung eine funktionierende Tiefkühllogistik für die Versorgung der Schweiz hat.

Froneri ist international tätig und gehört in der Schweiz zu den Marktführern im Glace-Bereich. Bekannte Marken wie Mövenpick, Nuii, Extrême, Oreo, Toblerone oder Frisco finden ihren Weg über das Froneri-Logistiknetz in die Verkaufsstellen. Mit rund 400 Mitarbeitenden, über 120 Fahrzeugen, acht regionalen Verteilzentren und mehr als 400'000 Bestellungen pro Jahr beliefert das Unternehmen rund 14'000 Kundinnen und Kunden. Besonders beeindruckend ist dabei, dass Froneri in der Schweiz sowohl die Grobverteilung als auch die Feinverteilung übernimmt. Vom Grossverteiler bis zum einzelnen Kiosk oder zur Tankstelle wird die gesamte Lieferkette aus einer Hand sichergestellt.

Nach der Unternehmensvorstellung gab es die Möglichkeit, die Tiefkühllogistik hautnah zu erleben. Ausgerüstet mit dicken Jacken und Wintermützen ging es auf einen Rundgang durch die Tiefkühllager. Im Lager herrschen Temperaturen von bis zu minus 25 Grad Celsius. Um die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen, gelten klare Aufenthaltszeiten. Nach einer gewissen Zeit ertönt ein Signal, und die Mitarbeitenden müssen eine Aufwärmpause einlegen. Besonders eindrücklich ist dabei der Gedanke, dass Lageristen im Sommer bei Aussentemperaturen von bis zu 38 Grad zwischen diesen extremen Temperaturunterschieden arbeiten.

Anschliessend wurde einer der Froneri-LKW präsentiert und der gesamte Kühlprozess detailliert erklärt. Die Fahrzeuge werden unterwegs nicht aktiv durch das eingebaute Kühlaggregat gekühlt. Stattdessen kommen sogenannte eutektische Platten zum Einsatz, die im Lager über das Kühlaggregat auf Temperaturen von bis zu minus 44 Grad heruntergekühlt werden. Diese speichern die Kälte für die ganze Tour und sorgen während der Auslieferung für die notwendige Temperatur im Laderaum.

Wie anspruchsvoll die Feinverteilung ist, zeigte die Tatsache, dass ein Chauffeur an einem einzigen Arbeitstag bis zu 40 Türöffnungen vornehmen kann. Dadurch steigt die Temperatur bei jeder Lieferung leicht an, weshalb die Fahrer effizient und zügig arbeiten müssen. Die Einhaltung der Kühlkette hat dabei oberste Priorität. Über moderne Telematiksysteme wird die Temperatur permanent überwacht. Gemessen werden dabei die Raumtemperatur, die Temperatur der Kälteplatten sowie eine kalibrierte simulierte Produkttemperatur. Sollte ein definierter Grenzwert überschritten werden, wird sofort ein Alarm ausgelöst. Dank der lückenlosen Aufzeichnung können Temperaturen auch nachträglich bei Reklamationen vollständig nachvollzogen werden. Wird die Kühlkette unterbrochen, müssen betroffene Produkte entsorgt werden. Bei hohen Aussentemperaturen geraten auch die Kühltruhen in den Verkaufsstellen an ihre Leistungsgrenzen, dies kann die Qualität der Produkte massiv beinträchtigen.

Beeindruckend war zudem die langfristige Planung hinter der Glaceproduktion. Die Mengenplanung beginnt bereits ein Jahr im Voraus. Dennoch können aussergewöhnlich heisse Sommerperioden wie in diesem Jahr dazu führen, dass einzelne Produkte ausverkauft sind. Nach dem Rundgang ging es in Sitzungszimmer zurück, wo die verschiedenen Tätigkeitsfelder der ASTAG vorgestellt wurden. In einer offenen Fragerunde konnten beide Seiten Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Den gelungenen Abschluss fand der Workshop bei einem gemeinsamen Mittagessen im Mövenpick Restaurant in Regensdorf.

Der Besuch bei Froneri zeigte eindrücklich, wie viel Organisation, Fachwissen und Präzision hinter einer funktionierenden Tiefkühllogistik steckt. Für die Teilnehmenden war es eine wertvolle Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens zu werfen, das dafür sorgt, dass die Glace auch an heissen Sommertagen zuverlässig gekühlt bei den Kundinnen und Kunden ankommt.