Die Ausbildung verbindet Theorie und Praxis und bereitet optimal auf die vielseitigen Anforderungen in allen Bereichen der Transport- und Logistikbranche vor. Lehrgangsstart 2026 in allen Regionen.
CZV-Kurs am Gotthard - richtig handeln im Notfall
Im Strassenverkehr korrekt zu reagieren, ist im Ernstfall schon Herausforderung genug. Doch wie verhält man sich in einem der bedeutendsten und längsten Strassentunnel Europas? Der ASTAG-CZV-Kurs «Verhalten bei Verkehrsunfall und Fahrzeugbrand im Gotthard-Tunnel» bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Arbeit der Schadenwehr Gotthard hautnah zu erleben und lebensrettende Massnahmen praxisnah zu trainieren.
«Das Pannendreieck gehört nicht in den Kofferraum, sondern in die Nähe des Fahrersitzes.» Mit klaren Worten vermitteln die Mitglieder der Berufsfeuerwehr, wie entscheidend der richtige Handgriff im Ernstfall ist. Denn oft bleibt nach einem Auffahrunfall keine Zeit oder Möglichkeit, an Warnweste und Pannendreieck zu gelangen.
Abwechslungsreiches Programm
Am Vormittag trainieren die Teilnehmenden in Kleingruppen die Handhabung verschiedener Löschmittel. Welcher Feuerlöscher eignet sich in welcher Situation? Wie wird eine Löschdecke richtig eingesetzt, um ein Feuer zu ersticken? Gleichzeitig übt eine weitere Gruppe grundlegende Erste-Hilfe-Massnahmen: stabile Seitenlage ohne Kraftaufwand, Beatmung mit und ohne Maske sowie das korrekte Durchführen von Brustkompressionen über längere Zeit. Auch der richtige Einsatz eines Defibrillators wird vermittelt. Die Sprachanweisungen des Geräts unterstützen im Ernstfall und machen Fehler nahezu unmöglich. Der wichtigste Grundsatz dabei lautet: Der einzige Fehler ist, nicht zu handeln und nicht zu alarmieren.
Mythos Motoradhelm
Parallel dazu zeigt ein Team der Schadenwehr, wie Personen sicher aus einem Fahrzeug geborgen werden können. Dabei müssen auch Airbags beachtet werden, die noch nicht ausgelöst haben. Besonders eindrücklich ist die korrekte Vorgehensweise beim Entfernen eines Motorradhelms. Der weit verbreitete Mythos, dass Helme grundsätzlich nicht abgenommen werden dürfen, wird fachlich widerlegt. Nur ohne Helm ist die stabile Seitenlage möglich, wodurch die Gefahr des Erstickens deutlich sinkt.
Blick hinter die Kulissen
Nach dem Mittagessen in der Kantine Breiti, die eigens für den Bau der zweiten Tunnelröhre eingerichtet wurde, folgt der zweite Kursteil. Nun erhalten die Teilnehmenden exklusive Einblicke in den Schichtalltag der Schadenwehr: leben, kochen, trainieren und gleichzeitig die Einsatzfahrzeuge betriebsbereit halten.
Der Rundgang durch Notdurchgänge und technische Räume mit den imposanten Belüftungsanlagen zeigt die Dimension der Tunnelinfrastruktur. Geschmolzene Signalisationen erinnern an das verheerende Gotthard-Inferno von 2001, als im Tunnel Temperaturen von über 1200 °C herrschten. Heute hilft das Thermoportal, überhitzte Fahrzeuge bereits vor der Einfahrt zu erkennen und auszufiltern. Das trägt wesentlich zur Prävention bei.
Gigantische Technik und eine bleibende Wirkung
Zum Abschluss präsentiert die Schadenwehr das grösste Löschfahrzeug ihres Corps samt beeindruckendem Hochleistungs-Wasserstrahl. Ein Höhepunkt, der die Vielseitigkeit und die enorme Verantwortung der Einsatzkräfte verdeutlicht.
Die Begeisterung der Teilnehmenden ist spürbar. Kein anderer CZV-Kurs bietet einen derart umfassenden Einblick in eine Welt, die sonst verborgen bleibt, und vermittelt gleichzeitig Wissen, das im Ernstfall Leben retten kann.
Der Gotthard-Kurs der ASTAG zeigt eindrücklich, wie wertvoll praxisnahes Training und echte Einblicke in die Tunnelinfrastruktur sind. Die Teilnehmenden nehmen nicht nur Fachwissen mit, sondern auch ein geschärftes Bewusstsein für Risiken und das Vertrauen, im Ernstfall richtig zu handeln. Gerade in einer Umgebung wie dem Gotthard-Tunnel, in der jede Entscheidung Auswirkungen auf viele Verkehrsteilnehmende haben kann, ist dieses Wissen von grosser Bedeutung. Der Kurs stärkt die Sicherheit auf der Strasse und vermittelt Respekt für die Menschen, die tagtäglich im Hintergrund für den Schutz aller unterwegs sind.
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Interview mit Christian Zbinden, Geschäftsführer der Reist Tours AG
Was macht Ihr Unternehmen und wie sieht Ihr Fahr-/Dispo-Alltag typischerweise aus?
Antwort: Wir bieten (Rund-)Reisen und Personentransporte an, führen einen eigenen Reisekatalog und sind häufig mit Gruppen unterwegs.
Warum haben Sie sich für den CZV-Kurs «Verhalten bei Verkehrsunfall und Fahrzeugbrand im Gotthard-Tunnel» entschieden? Was war der Auslöser für dieses Thema?
Antwort: Der Auslöser war eindeutig das Thema Gotthard. Es ist immer spannend, einen Blick hinter die Kulissen solcher Bauwerke zu werfen und dies mit dem praktischen Alltag zu verknüpfen.
Was hat aus Ihrer Sicht bei der Organisation und Abwicklung des Kurses für Sie am besten funktioniert (Planung, Ablauf, Durchführung)?
Antwort: Alles war sehr praxisnah und gut aufgebaut. Die Instruktoren waren hervorragend und man spürte, dass sie Freude an ihrem Job und am Kurs haben.
Was war für Sie oder Ihre Mitarbeitenden der wichtigste Aha-Moment? Wie praxisrelevant war der Bezug zu Ihrem Unternehmensalltag?
Antwort: Besonders beeindruckend waren die Instruktoren, die aus der Praxis erzählen, Theorie verständlich einbinden und vermitteln können. Das kann nicht jeder.


















































