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ASTAG Branchentag: Zwischen Fahrplan, Daten und Mensch

Veröffentlicht am 01.06.2026 | von Dominique Durtschi

Neue Technologien, steigende Anforderungen und ein wachsender Bedarf an Fachkräften: Der Branchentag 2026 in Langenthal machte sichtbar, wie stark sich die Transport- und Logistikbranche verändert. Gleichzeitig zeigte der Anlass, dass der Schlüssel nicht nur in Systemen und Prozessen liegt, sondern im Austausch, in praxisnahen Einblicken und in einem starken Netzwerk innerhalb der Branche.

Rund 100 Teilnehmende aus der Deutsch- und Westschweiz trafen sich am 30. Mai 2026 in Langenthal zum diesjährigen Branchentag. Für die Teilnehmenden der Lehrgänge «Disponent/-in Transport & Logistik» und «Betriebsleiter/-in Transport & Logistik» ist der Anlass ein offizieller Bestandteil der Ausbildung – und gleichzeitig eine seltene Gelegenheit, Theorie und Praxis direkt zusammenzubringen.

Gastgeber waren die CALAG und die LARAG, deren Areale nicht nur als Veranstaltungsort, sondern auch als anschauliches Praxisfeld dienten. Zwischen Werkhallen, Fahrzeugen und Präsentationsräumen entstand ein Rahmen, der die Vielschichtigkeit der Branche greifbar machte.

Lernen im Rhythmus der Praxis

Der Tag war bewusst strukturiert: In Gruppen wechselten die Teilnehmenden zwischen verschiedenen Referaten, die unterschiedliche Perspektiven auf die Transport- und Logistikbranche eröffneten. Der Anspruch war klar: konkrete Einblicke statt abstrakter Theorie, Diskussion statt Frontalunterricht.

Bereits in der Einleitung wurde deutlich, worum es geht: Die Branche entwickelt sich weiter, und mit ihr steigen die Anforderungen im Berufsalltag. Neue Technologien, veränderte Kundenbedürfnisse und zunehmende Komplexität prägen die tägliche Arbeit – vom Disponenten bis zur Betriebsleitung.

Effizienz, Systeme und neue Entscheidungsgrundlagen

Ein zentrales Thema war die wirtschaftliche Steuerung im Transport. Am Beispiel verschiedener Fahrzeugkonzepte wurde aufgezeigt, wie stark Investitions- und Betriebskosten die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen. Entscheidend ist nicht nur der Anschaffungspreis, sondern das Zusammenspiel aus Finanzierung, Energieverbrauch, Wartung und Restwert – kurz: der Total Cost of Ownership.

Parallel dazu wurde deutlich, welche Rolle Daten im Alltag spielen. Digitale Systeme liefern heute detaillierte Einblicke in Fahrverhalten, Fahrzeugzustand und Einsatzplanung. Sie schaffen Transparenz – stellen Unternehmen aber gleichzeitig vor die Frage, wie weit Steuerung gehen soll und wo die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden beginnt.

Elektrifizierung: Chancen, aber auch klare Grenzen

Die Elektrifizierung des Güterverkehrs zieht sich als Querschnittsthema durch die Branche. Praxisberichte zeigten, dass der Umstieg möglich ist, aber nur mit einem klaren Gesamtkonzept.

Neben den Fahrzeugen selbst rücken Fragen zur Ladeinfrastruktur und Stromversorgung in den Fokus. «Die grösste Herausforderung ist die Ladeinfrastruktur», lautete eine zentrale Erkenntnis aus der Praxis.

Gleichzeitig wurde deutlich: Wer sich früh mit der Thematik auseinandersetzt, sammelt wertvolle Erfahrung und kann den Wandel aktiv mitgestalten.

Schiene und Strasse intelligent verbinden

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf neuen Transportkonzepten, insbesondere dem kombinierten Verkehr. Am Beispiel von Coop wurde aufgezeigt, wie sich Schiene und Strasse sinnvoll verbinden lassen – mit klaren Vorteilen in Bezug auf Planbarkeit, Effizienz und Verkehrsbelastung.

Gleichzeitig wurde ein zentraler Spannungsbogen sichtbar: Während der Strassenverkehr flexibel gesteuert werden kann, folgt die Bahn einem festen System. Die Kunst liegt darin, beide Welten miteinander zu verknüpfen.

Der Mensch bleibt im Zentrum

Neben Technologie und Effizienz wurde ein Thema immer wieder betont: der Mensch. Fachkräftemangel, unterschiedliche Generationen und veränderte Erwartungen prägen den Alltag vieler Unternehmen. Führung wird damit anspruchsvoller und entscheidend für den Erfolg. Ein Punkt zog sich dabei durch mehrere Referate: «Kommunikation ist entscheidend. Das ist das A und O.»

Gerade im operativen Alltag entstehen Herausforderungen weniger aus Technik, sondern aus Abstimmung, Verständnis und Zusammenarbeit.

Austausch, Einblicke und direkte Begegnungen

Neben den inhaltlichen Impulsen spielte der persönliche Austausch eine zentrale Rolle. In den Pausen, beim gemeinsamen Mittagessen oder zwischen den Programmpunkten nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und Perspektiven zu vergleichen.

Das Setting mit gemischten Gruppen aus verschiedenen Regionen und Funktionen förderte den Dialog bewusst. So entstand ein Austausch, der über den einzelnen Betrieb hinausging und neue Denkanstösse ermöglichte.

Gleichzeitig boten die Partner und Sponsoren vor Ort konkrete Einblicke in ihre Angebote: Fahrzeuge konnten besichtigt werden, Fachpersonen standen für Gespräche zur Verfügung und technische Lösungen wurden direkt erlebbar. Diese Nähe zur Praxis gab den Teilnehmenden die Möglichkeit, Inhalte aus den Referaten unmittelbar zu vertiefen.

Wettbewerb und Auflockerung

Für zusätzliche Dynamik sorgte ein Wettbewerb von Bridgestone, der bewusst in den Tagesablauf integriert wurde. Mit Aktivitäten wie Töggelikasten und Minigolf entstand eine lockere Atmosphäre, die den Austausch zusätzlich unterstützte.

Als Preise winkten unter anderem ein Golf-Schnupperkurs sowie weitere Gewinne. Solche Elemente trugen dazu bei, den Anlass nicht nur als Weiterbildungstag, sondern als gemeinsames Erlebnis zu gestalten.

Ein gemeinsames Ziel

Trotz der Vielfalt der Themen zeigte sich eine klare Gemeinsamkeit: Die Branche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Neue Technologien, steigende Anforderungen und veränderte Rahmenbedingungen fordern Unternehmen und Mitarbeitende gleichermassen. Gleichzeitig bleibt vieles konstant: Effiziente Prozesse, klare Kommunikation und funktionierende Zusammenarbeit bleiben die Grundlage für Erfolg.

Oder, wie es ein Referent auf den Punkt brachte: «Am Ende gilt vor allem: machen.»

Dank an Partner und Sponsoren

Ein Anlass dieser Grössenordnung ist nur mit starker Unterstützung möglich. Ein besonderer Dank gilt den Partnern und Sponsoren, die den Branchentag 2026 ermöglicht haben und mit ihrer Präsenz vor Ort einen wichtigen Beitrag leisteten:

Der Branchentag 2026 hat gezeigt, wie wichtig die Verbindung von Fachwissen, Praxis und persönlichem Austausch ist. Die Teilnehmenden nahmen nicht nur konkrete Impulse für ihren Berufsalltag mit, sondern auch ein erweitertes Verständnis dafür, wie sich die Branche verändert – und welche Rolle sie selbst darin spielen.