Verkehrsinfrastruktur

Stauzahlen 2025: weiterer Anstieg – Ausbau Nationalstrassen alternativlos

| Aktualisiert am 30.06.2026

Der Schweizerische Nutzfahrverband ist alarmiert ob den heute vom Bundesamt für Strassen ASTRA publizierten Stauzahlen. Innerhalb eines Jahres hat die Staubelastung um 22.4% zugenommen; mit 68'040 Staustunden wurde zum wiederholten Mal ein Rekord verzeichnet. Nur der Ausbau der Autobahnen kann den seit Jahren anhaltenden Negativtrend brechen, die im Infrastrukturpaket «Verkehr ’45» vorgesehenen Strassenprojekte müssen unbedingt realisiert werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neuer Staurekord: Die Staubelastung auf den Nationalstrassen stieg 2025 um 22,4% auf 68'040 Staustunden. Hauptursache ist mit 89,3% die Überlastung des Strassennetzes.
  • Folgen für Transport und Versorgung: Mehr Stau führt zu höheren Kosten, schlechterer Planbarkeit und erschwert die zuverlässige Versorgung der Schweiz.
  • Ausbau der Nationalstrassen: Der Ausbauschritt 2027 mit den geplanten Engpassbeseitigungen auf der A1 muss rasch umgesetzt werden, um die Überlastung wirksam zu reduzieren.

Die Überlastung der Schweizer Nationalstrassen nimmt weiter zu - und zwar dramatisch. Der neue Rekordwert von über 68'040 Stunden Stau ist Zeugnis davon, dass es längst nicht mehr nur auf Hauptachsen oder zu Stosszeiten kaum mehr vorwärtsgeht. Steigende Stauzahlen waren 2025 auf fast allen Autobahnen der Schweiz zu verzeichnen. Grund dafür waren einmal mehr nicht Baustellen oder Unfälle, sie verursachen weniger als 10% des Staus, sondern die Überlastung: 89.3% des Staus entstehen, weil die bestehende Autobahninfrastruktur schlicht nicht mehr ausreicht.

Unmittelbar betroffen sind Transport und Versorgung, die in der Schweiz zu über 82% auf der Strasse abgewickelt wird. Um die gewohnt hohe Qualität und Pünktlichkeit von Lieferungen sicherzustellen, sind immer mehr Fahrzeuge für die gleichen Routen notwendig. Transportunternehmen bekunden gar zunehmend Mühe, längere Touren im Binnenverkehr innerhalb eines Tages abzuwickeln. Hinzu kommen höherer Treibstoffverbrauch im Stop-and-Go-Verkehr, Fahrzeugverschleiss, gestiegener Aufwand in der Personalplanung und Disponierung. «Stau war für den Strassentransport einst sporadisches Ärgernis, heute ist er gewichtiger Kostenfaktor », hält Ständerat und ASTAG-Zentralpräsident Thierry Burkart fest. Mittelfristig stehen die hohe Qualität und Zuverlässigkeit der Versorgung in der Schweiz auf dem Spiel. Denn die Schiene kann zwar gewisse Transporte absorbieren, für die Feinverteilung von Frischwaren, Baustoffen und Medikamenten ist die Strasse hingegen absolut alternativlos.

Nationalstrassenausbau alternativlos

Für die ASTAG ist deshalb klar: Punktuelle Kapazitätserweiterungen sind unumgänglich. Mit dem Ausbauschritt 2027 möchte der Bundesrat zwei Abschnitte der vielbefahrenen und chronisch überlasteten A1 erweitern. Die Beseitigung der gravierendsten Engpässe auf der wichtigsten Verkehrsader des Landes ist längst überfällig, die beiden Projekte müssen zwingend gutgeheissen und zeitnah realisiert werden. Sie sind in der Planung weit fortgeschritten, verfügen über Rückhalt in den Regionen, Kosten wie baulicher Umfang sind überschaubar. Die ASTAG fordert Bundesrat und Parlament daher auf, den Ausbauschritt 2027 zügig und ohne Abstriche voranzutreiben.

Besonders unverständlich ist aus Sicht der ASTAG hingegen die Grundsatzopposition, welche den beiden vergleichsweise bescheidenen Autobahnprojekten bereits jetzt entgegenschlägt. «Verkehr muss als Gesamtsystem gedacht werden, dazu gehört zweifellos auch die Strasse», sagt Thierry Bukart. «Sollten diese Projekte scheitern oder der weitere Ausbau gar grundsätzlich sistiert werden, droht ein Schaden von nicht absehbarem Ausmass für Versorgungssicherheit und Wohlstand in unserem Land.»

Weitere Informationen:
Reto Jaussi, Direktor
079 416 39 65