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GV Sektion Zürich: Geschlossenheit und klare Zukunftsentscheide
Die ASTAG Sektion Zürich zeigte an ihrer 47. Generalversammlung eindrücklich, wie wichtig Zusammenhalt in herausfordernden Zeiten ist: Politische Einblicke, klare finanzielle Entscheide und die Würdigung der Berufsbildner prägten einen Abend, der die Zukunft der Branche fest im Blick behielt.
Die Location
Die 47. Generalversammlung der ASTAG Sektion Zürich fand im Mövenpick Hotel Regensdorf statt und bot einen professionellen Rahmen für die 154 anwesenden Mitglieder und Gäste.
Die Ansprache der Päsidentin
Präsidentin Romaine Rogenmoser verzichtete erstmals darauf, ihren Jahresbericht an der GV zu verlesen, da dieser den Mitgliedern bereits vorab schriftlich zugestellt wurde. Die gewonnene Zeit nutzte sie, um zentrale Anliegen hervorzuheben. Sie betonte die grosse Bedeutung der hintergründigen Verbandsarbeit der ASTAG Schweiz – von rechtlichen Unterstützungsleistungen über politische Vernehmlassungen bis zu Weiterbildungen und administrativer Hilfestellung. Diese Leistungen wirken oft im Hintergrund, seien aber entscheidend für den Erfolg der Branche. Rogenmoser machte zudem deutlich, dass der Verband nicht nur die grossen Unternehmen im Fokus habe, sondern insbesondere auch die kleineren Betriebe, die oft auf praktische Unterstützung angewiesen seien. Effizienz und Priorisierung würden deshalb immer wichtiger, um die Ressourcen zielgerichtet einzusetzen.
Die Stimmung
Trotz der angespannten Wirtschaftslage herrschte an der diesjährigen Generalversammlung eine spürbar positive und gelöste Atmosphäre. Bereits vor Beginn des statutarischen Teils tauschten sich viele Mitglieder angeregt aus und während des Abends wurde deutlich, dass der Zusammenhalt innerhalb der Sektion weiterhin stark ist.
Das Essen
Als Vorspeise wurde eine Tomatensuppe mit Basilikumrahm serviert. Der Hauptgang bestand aus Kalbschulterbraten mit Senfsauce, begleitet von Rüeblipüree, Erbsen in Minzbutter und Kartoffelwürfeln. Zum Dessert gab es ein feines Schokoladenmousse mit Himbeersauce und frischen Beeren.
Die Gäste
Gemeindepräsident Stefan Marty richtete ein ausführliches Grusswort an die Teilnehmenden und zeigte auf, wie stark sich die Gemeinde Regensdorf in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Er betonte, dass Regensdorf heute zu den dynamischsten Wachstumsregionen des Kantons Zürich gehört, was beträchtliche Auswirkungen auf Logistik, Verkehr und Infrastruktur mit sich bringt. Besonders eindrücklich sei die Belastung der Wehntalerstrasse, die täglich von rund 29’000 Fahrzeugen befahren werde, jedoch erstaunlich staufrei funktioniere. Marty informierte zudem über laufende Innovationsprojekte im Furttal. Hervorzuheben ist ein Pilotprojekt für autonomes Fahren, das den öffentlichen Verkehr künftig gezielt entlasten soll. Er erzählte von ersten erfolgreichen Testfahrten, bei denen jedoch noch Optimierungsbedarf, insbesondere beim Bremsvorgang, festgestellt wurde. Darüber hinaus verwies er auf weitere geplante Infrastrukturmassnahmen wie eine Tunnelinitiative, die langfristig eine bessere Verkehrsverteilung und Entlastung der neuralgischen Abschnitte schaffen soll.
Thierry Burkart, Zentralpräsident der ASTAG Schweiz, nutzte sein Grusswort, um einen Einblick in die aktuelle verkehrs und wirtschaftspolitische Lage zu geben. Er berichtete, dass die Weiterentwicklung der LSVA erst wenige Tage vor der GV im Ständerat behandelt worden war. Die Vorlage sei das Ergebnis jahrelanger, intensiver Zusammenarbeit zwischen Branche, Verwaltung und Bundesrat und bringe in vielen Punkten deutliche Verbesserungen für die Transportwirtschaft. Lediglich beim Thema Euro7Norm bestehe noch Optimierungsbedarf, den er im Ständerat weiterverfolgen werde. Ein Schwerpunkt seiner Rede betraf die Integration von Elektro- und Wasserstofffahrzeugen ins LSVASystem. Diese lasse sich langfristig nicht verhindern, dennoch sei die nun gesicherte Übergangsfrist bis Ende 2030 entscheidend, damit Unternehmen ihre Investitionen sorgfältig planen könnten. Während bei ElektroPersonenwagen eine zusätzliche Abgabe nachvollziehbar sei, betonte Burkart, dass schwere Nutzfahrzeuge mehr Zeit bräuchten, da markttaugliche Lösungen erst im Aufbau seien. Auch die Stromversorgung müsse für die Dekarbonisierung zuverlässig gewährleistet werden, wofür der Ständerat wichtige Schritte eingeleitet habe.
Besonders positiv aufgenommen wurde die Ankündigung der ASTAGLade-App: Eine Lösung, mit der Betriebe untereinander freie Ladekapazitäten zu günstigen Konditionen anbieten können. Ein Angebot «von der Branche für die Branche». In seinem Schlusswort unterstrich Burkart, dass erfolgreiche Verbandsarbeit oft im Stillen stattfinde. Im konstruktiven Dialog und nicht über laute Töne. Nur wenn die Branche gemeinsam auftrete und zusammenstehe, könne die ASTAG ihre Anliegen gegenüber Politik und Verwaltung nachhaltig durchsetzen.
Das gab zu reden I
Die finanzielle Situation der Sektion Zürich war ein wichtiges Thema der diesjährigen Generalversammlung. Seit 2015 seien die Mitgliedereinnahmen durch kontinuierlichen Mitgliederschwund. Trotz erfolgreich umgesetzter Sparmassnahmen sei klar geworden, dass ohne zusätzliche Mittel wichtige Veranstaltungen und Verbandsleistungen künftig nicht mehr im gewohnten Umfang möglich wären. Nach kurzer Diskussion wurde der Antrag zur Beitragserhöhung ohne Gegenstimme und lediglich mit einer Enthaltung deutlich angenommen. Das ist ein klares Zeichen des Vertrauens in die Arbeit des Vorstandes und des Willens, die Sektion finanziell zu stabilisieren.
Das gab zu reden II
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Ehrung der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner, mit der die Sektion Zürich ein starkes Zeichen für die Bedeutung der Nachwuchsförderung setzte. Während des Abendessens wurden zwölf Berufsbildner und eine Berufsbildnerin aus insgesamt zehn Ausbildungsbetrieben auf die Bühne gebeten und für ihren ausserordentlichen Einsatz gewürdigt. Die Präsidentin hob hervor, dass gerade diese Personen die Zukunft der Transportbranche prägen. Mit ihrem Fachwissen, ihrer Geduld und ihrem Engagement leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Ausbildung der Strassentransportfachfrauen und -männer sowie der Strassentransportpraktikerinnen und -praktiker. Ihre Arbeit sei weit mehr als reine Wissensvermittlung, denn sie stifte Identität, Motivation und Perspektive für die nächste Generation.
So geht’s weiter
Die Generalversammlung blickte zum Abschluss auch nach vorne. Romaine Rogenmoser stellte sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung und wurde mit kräftigem Applaus erneut zur Präsidentin gewählt. Ihre Wiederwahl wurde als Zeichen des Vertrauens in ihre klare Führung, ihre hohe Präsenz und ihren engagierten Einsatz für die Sektion gewertet. Auch der restliche Vorstand wurde bestätigt, mit einer wichtigen Veränderung: Felix Engelhard, langjähriges Vorstandsmitglied und eine prägende Stimme für die Taxi- und Limousinenbranche, trat nach 15 Jahren aus dem Gremium zurück. Sein Nachfolger Roberto Salerno stellt sicher, dass die Fachgruppe Taxi weiterhin kompetent im Vorstand vertreten bleibt. Anschliessend präsentierte Rogenmoser das Jahresprogramm 2026, das erneut auf eine Kombination aus politischer Vernetzung, fachlichen Schwerpunkten und Mitgliederdialog setzt. Dazu gehören der Parlamentarier-Anlass im März, der traditionelle Sommertreff im Juni sowie die Lehrabschlussfeier im Juli, die für die Nachwuchsförderung eine zentrale Rolle spielt. Zudem gab sie einen Ausblick auf das Vereinsjahr 2027, in dem die Sektion mit dem Wintertreff im Januar und der nächsten Generalversammlung im März zwei feste Orientierungspunkte bieten wird. Ein wichtiges Zukunftsthema betrifft die SwissSkills 2027. Die Präsidentin bedauerte, dass Zürich im letzten Durchgang keinen Teilnehmenden aus dem Kanton Zürich stellen konnte. Gleichzeitig sei dies auch eine Chance, frühzeitig Vorbereitungen zu treffen, Lernende gezielt zu motivieren und Unternehmen zu ermutigen, ihren Nachwuchs ins Rennen zu schicken. Ziel sei es, die Zürcher Branche in zwei Jahren wieder sichtbar und konkurrenzfähig an diesem schweizweiten Leistungswettbewerb zu vertreten. Mit Blick auf die künftige Verbandsarbeit betonte die Präsidentin ausserdem, dass die politische Präsenz der ASTAG auf allen Ebenen weiter gestärkt werden müsse. Die inhaltlichen Herausforderungen im Bereich Infrastruktur, Mobilität und LSVA blieben gross, gleichzeitig würden Erwartungen an den Verband steigen. Umso wichtiger sei es, dass Mitgliederanlässe, politische Vernetzung und der Austausch mit kantonalen Amtsstellen weiterhin aktiv gepflegt werden, um die Interessen der Strassentransportbranche wirkungsvoll zu vertreten.
Die Stimmen
Ein Mitglied äusserte sich kritisch über sogenannte Trittbrettfahrer, die zwar von den politischen Erfolgen und Rahmenbedingungen profitieren, welche die ASTAG erarbeitet, aber selbst keine Mitgliederbeiträge entrichten. Dabei wurde betont, dass gerade bei Themen wie der LSVA oder kantonalen Verkehrsentscheiden auch Nichtmitglieder direkt von den erreichten Verbesserungen profitieren. Das Mitglied gab zu bedenken, dass diese Situation das Engagement der zahlenden Mitglieder untergrabe und langfristig die Finanzierung wichtiger Verbandsleistungen gefährden könne. Der Vorstand nahm die Wortmeldung ernst und verwies darauf, dass trotz geschütztem Mitgliederbereich gewisse politische Erfolge zwangsläufig allen Unternehmen zugutekommen, ein strukturelles Problem, das in der Branche bekannt ist.



































