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GV Sektion Ostschweiz/FL: Starke Signale für die Branche

Veröffentlicht am 23.03.2026 | Aktualisiert am 22.04.2026 | von Anita Moresi

Eine gut besuchte GV, klare Botschaften aus Bern und starke Signale aus der Region: Die ASTAG Sektion Ostschweiz & FL blickt auf ein intensives Verbandsjahr zurück – geprägt von politischem Einsatz, Nachwuchsarbeit und einem offenen, konstruktiven Austausch innerhalb der Branche.

Die Location

Die diesjährige Generalversammlung der ASTAG-Sektion Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein fand im SAL-Saal am Lindenplatz in Schaan statt. Rund 250 Teilnehmende folgten der Einladung und sorgten für eine gut gefüllte und lebendige Veranstaltung.

Die Ansprache des Präsidenten

Nach der Wahl der Stimmenzähler eröffnete Sektionspräsident René Steiner seinen Jahresbericht. In seiner ruhigen, aber bestimmten Art blickte er auf ein ereignisreiches Verbandsjahr zurück, das durch zahlreiche Sitzungen, Branchenveranstaltungen und Verbandsaktivitäten geprägt war. Immer wieder, so betonte er, sei es gelungen, wichtige Anliegen der Branche in Arbeitsgruppen, Kooperationen und im Austausch mit Politik und Behörden einzubringen. Steiner hob insbesondere den Chauffeuren-Treff auf der Raststätte Thurau hervor, der erneut eine hervorragende Gelegenheit bot, Einblicke in Kontrollen und Abläufe der Polizei zu erhalten. Fahrerinnen und Fahrer konnten dort praxisnah Fragen stellen, Fachspezialisten kennenlernen und in ungezwungener Atmosphäre wertvolle Hinweise für den Berufsalltag erhalten. Mit sichtlich spürbarem Stolz erwähnte er auch die 27 Strassentransportfachleute EFZ und 5 Strassentransportpraktiker EBA, die im Jahr 2025 erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Dies sei ein starkes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit der Branche und ein Beleg für die gute Arbeit der Ausbildungsbetriebe. Ein Kernthema seiner Rede war jedoch die korrekte Deklaration der Fahrzeugflotten, die direkt die Mitgliederbeiträge beeinflusst. Steiner machte deutlich, dass nur mit vollständigen und sauber gemeldeten Fahrzeugzahlen die wichtige Arbeit des Verbandes solide finanziert werden könne. Der Wegfall der CZV-Prüfungen habe ein Loch hinterlassen, das durch eine faire Beitragserhebung kompensiert werden müsse. Zum Abschluss seines Berichts ergriff Vizepräsident Adrian Schmalz das Wort und würdigte die grosse Leistung von René Steiner. Dessen Engagement, Hartnäckigkeit in Sachthemen und Zuverlässigkeit würden der Sektion enorm zugutekommen.

Die Stimmung

Schon beim ersten Kaffee war zu spüren, dass die Mitglieder diesen Jahresanlass schätzen. Zwischen Händeschütteln, kurzen Gesprächen und Wiedersehen entstand bereits früh eine offene, kollegiale Atmosphäre.

Das Essen

Kulinarisch wurden die Gäste mit einem stimmigen, saisonalen Menü verwöhnt. Den Auftakt bildete eine feine Spargel-Crème-Suppe. Als Hauptgang folgten zarte Rindsfilet-Würfel an einer aromatischen Whiskyrahmsauce, begleitet von hausgemachten Spätzli und frischem Marktgemüse und als elegantes Dessert: weisses Schokoladenmousse, serviert mit einem erfrischenden Erdbeersorbet.

Die Gäste

ASTAG-Direktor Reto Jaussi überbrachte ein Grusswort der Zentrale in Bern und gab einen Überblick über Verbandsthemen. Anschliessend folgte das gemeinsame Referat von Daniel Deitsche und Bernhard Valenti, die das Grossprojekt Hochwasserschutz am Alpenrhein (Rhesi) präsentierten und dessen Bedeutung für die Region ausführlich erklärten. Auch die lokale Politik war vertreten: Daniel Hilti, Gemeindevorsteher von Schaan, begrüsste die Teilnehmenden mit einem spannenden Einblick in die Entwicklung seiner Gemeinde. Thomas Banzer, der neue Amtsleiter des Amtes für Strassenverkehr in Liechtenstein, der die wichtige Rolle der Branche für die Versorgungssicherheit hervorhob.
 

Das gab zu reden I

Viel Aufmerksamkeit erhielt die Wahl der neuen Delegierten-Generation. Neu wird die Sektion von Rolf Grob (bisher), Hanspeter Enderli, Bruno Jäger, Noel Mosquera, Michèle Jäger, Daniel Schnider, Lukas Meile und Cédric Lanter vertreten. Zugleich verabschiedete sich die Versammlung mit grossem Dank von langjährigen Delegierten, darunter Max Gerster (entschuldigt), Hubert Lanter, Bruno Lusti, Max Möckli (entschuldigt), Ruedi Preisig, Martin Roth (entschuldigt) und Beda Steiner.

Referat I

In seinem ausführlichen Bericht ging ASTAG-Direktor Reto Jaussi auf zentrale Herausforderungen der Branche ein. Die Entwicklung der Dieselpreise bleibe aufgrund geopolitischer Spannungen unberechenbar. Gerade deshalb sei die Interessenvertretung der ASTAG wichtiger denn je. Jaussi berichtete zudem über wichtige Erfolge in der LSVA-Gesetzgebung, die dank konsequentem Lobbying erreicht werden konnten. Die ASTAG setze sich weiter dafür ein, dass Unternehmen Planungssicherheit erhalten. Insbesondere jene, die nicht auf alternative Antriebe umsteigen können. Zum Thema Nachhaltigkeit bekräftigte er die Haltung der ASTAG: Fortschritte ja, aber durch Eigeninitiative und nicht durch staatliche Verbote. In diesem Kontext stellte er das Förderprogramm «in charge» vor, welches KMU beim Aufbau von Ladeinfrastrukturen unterstützt. Mitglieder seien aufgefordert, entsprechende Gesuche einzureichen. Ebenso kündigte er die Entwicklung einer ASTAG-Lade-App an, die Ladepunkte unter Mitgliedern besser zugänglich machen soll. Zum Schluss wandte sich Jaussi direkt an die Teilnehmer: Nur durch aktive Mitarbeit der Mitglieder könne der Verband auch künftig erfolgreich für die Anliegen der Transportbranche kämpfen.

Referat II

Daniel Deitsche und Bernhard Valenti präsentierten das über Jahrzehnte laufende Grossprojekt Rhesi, das den Hochwasserschutz zwischen der Illmündung und dem Bodensee grundlegend modernisieren wird. Sie erklärten, wie das Flussbett verbreitert, die Dämme erneuert und ökologische Lebensräume geschaffen werden sollen. Mit einer Bauzeit von rund 20 Jahren und Investitionen von etwa 2 Milliarden Franken wird das Projekt nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch die logistische Infrastruktur der gesamten Region nachhaltig beeinflussen. Besonders für Transportbetriebe wird die Materialbewegung entlang der 26 Kilometer Baustelle eine bedeutende Rolle spielen.

So geht’s weiter

Im Ausblick präsentierte René Steiner die nächsten Schritte der Sektion. Das Sektion eigene Magazin «Transportflash» erhält ein Re-Design und wird weiterhin zweimal jährlich erscheinen. Das Tätigkeitsprogramm 2026 setzt erneut auf starke Präsenz an Berufsmessen, Weiterbildungen und regionalen Anlässen. Ein besonderer Fokus liegt auf den SwissSkills 2027, für die Steiner die Lernenden der Ostschweizer Betriebe motivieren möchte. Zudem informierte er über die Mitwirkung in der IG Mobilität Thurgau sowie über erste Schritte zum Logistik-Cluster Ost, der künftig wichtige Netzwerk- und Entwicklungsimpulse setzen soll.

Die Stimmen

Ein Mitglied reagierte nach dem Referat zum Projekt Rhesi deutlich betroffen und äusserte seine Sorgen zum Verlust von Kulturland im Rheintal. Die Referenten nahmen sich im Anschluss Zeit, um die Punkte im persönlichen Gespräch zu klären und offene Fragen zu beantworten.