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ASTAG Charge: Gemeinsam laden – gemeinsam vorankommen

Veröffentlicht am 30.03.2026 | Aktualisiert am 02.04.2026 | von Dominique Durtschi

Der Wandel zur Elektromobilität verändert den Schwerverkehr grundlegend – technisch, wirtschaftlich und organisatorisch. Besonders das Laden von E LKW verlangt nach Lösungen, die verlässlich, planbar und auf die Praxis zugeschnitten sind. Mit ASTAG Charge etabliert der Verband ein exklusives Ladenetzwerk für seine Mitglieder und zeigt, wie Zusammenarbeit innerhalb der Branche konkrete Vorteile schafft.

Von Mitgliedern – für Mitglieder: günstiger laden. Gemeinsam profitieren.

Die Elektrifizierung des Schwerverkehrs ist längst Realität. Immer mehr Transportunternehmen investieren in elektrische Nutzfahrzeuge und die dazugehörige Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig zeigt sich im Alltag, dass gerade das Laden von E-LKW besondere Anforderungen stellt – an Standorte, an Leistung, an Planungssicherheit und nicht zuletzt an die Kosten. Öffentliche Ladeangebote können diese Anforderungen nur teilweise erfüllen.

Mit ASTAG Charge schafft die ASTAG eine Lösung, die gezielt auf diese Realität reagiert. Nicht als öffentliches Angebot, sondern als Verbandslösung, getragen von den Mitgliedern und konsequent auf deren Bedürfnisse ausgerichtet. Nach dem Start der ASTAG-Ladeapp wird nun deutlich, wofür ASTAG Charge im Kern steht: für Kooperation innerhalb der Branche, für wirtschaftlich sinnvolle Nutzung bestehender Infrastruktur und für einen gemeinsamen Weg in Richtung Elektromobilität.

Warum der Schwerverkehr eigene Ladeansätze braucht

Der Schwerverkehr folgt anderen Logiken als der Personenverkehr. Fahrzeuge sind grösser, Einsatzzeiten enger getaktet, Standorte müssen anfahrbar sein und Ladeleistungen verlässlich zur Verfügung stehen. Öffentliche Ladeinfrastruktur ist dafür oft nur bedingt geeignet – sei es aufgrund ungeeigneter Platzverhältnisse, hoher Preise oder fehlender Transparenz.

Parallel dazu entsteht in den Unternehmen ein wachsender Bestand an eigener Ladeinfrastruktur an Depotstandorten. Diese ist technisch auf den Schwerverkehr ausgelegt, wird aber ausserhalb der eigenen Flotte häufig nur teilweise genutzt. Dieses Spannungsfeld – steigender Ladebedarf auf der einen, ungenutzte Kapazitäten auf der anderen Seite – bildet den Ausgangspunkt von ASTAG Charge.

Die Grundidee von ASTAG Charge

ASTAG Charge vernetzt Ladeinfrastruktur von ASTAG-Mitgliedern und macht sie für andere Mitglieder zugänglich. Kontrolliert, transparent und digital gesteuert. Die Lösung setzt dabei bewusst nicht auf Offenheit für den gesamten Markt, sondern auf einen klar definierten Nutzerkreis innerhalb des Verbands.

Der Verband übernimmt die Rolle des Rahmensetzers: Er sorgt für Legitimation, klare Spielregeln und eine gemeinsame Plattform. So entsteht Schritt für Schritt ein exklusives E-LKW-Ladenetzwerk, das nicht anonym funktioniert, sondern auf Vertrauen, Mitgliedschaft und gegenseitigem Nutzen basiert.

Das Nutzerversprechen im Zentrum

ASTAG Charge ist keine technische Spielerei, sondern ein Instrument für den betrieblichen Alltag. Das Nutzerversprechen ist klar formuliert und richtet sich an alle Mitglieder – unabhängig davon, ob sie primär laden, primär anbieten oder beides kombinieren.

Im Kern bedeutet ASTAG Charge:

  • kostengünstiger laden als an öffentlichen Netzen
  • Zugang zu einem exklusiven und wachsenden E-LKW-Ladenetzwerk
  • Win-win innerhalb des Verbands
  • einfache, transparente und digitale Prozesse

Diese Prinzipien prägen sowohl das organisatorische Modell als auch die technische Umsetzung.

Mehrwert für Nutzer: Verlässlichkeit und Planungssicherheit

Für Flottenbetreiber und Disponenten ist Elektromobilität nur dann sinnvoll, wenn sie planbar ist. Unklare Ladeoptionen, schwankende Preise oder ungeeignete Standorte führen zu Mehraufwand und Unsicherheit. ASTAG Charge setzt hier an.

Nutzer erhalten Zugang zu Ladepunkten anderer ASTAG-Mitglieder, die auf den Schwerverkehr ausgelegt sind und die relevanten Informationen liefern, die es für die Einsatzplanung braucht. Standorte sind bekannt, Öffnungszeiten definiert, Preise transparent. Ladevorgänge lassen sich in die Disposition einbeziehen, statt kurzfristig improvisiert zu werden. So entsteht mehr Reichweite, ohne Abhängigkeit von öffentlichen Netzen – und vor allem mehr Planungssicherheit im operativen Betrieb.

Mehrwert für Anbieter: Infrastruktur sinnvoll ergänzen

ASTAG Charge richtet sich bewusst auch an Mitglieder mit eigener Ladeinfrastruktur. Diese können ihre Ladepunkte gezielt für andere Mitglieder öffnen, ohne den Schritt in die vollständige Öffentlichkeit zu machen.

Die Anbieter behalten jederzeit die Kontrolle. Sie entscheiden, wer Zugang erhält, zu welchen Zeiten geladen werden kann und zu welchen Konditionen. Die Nutzung erfolgt innerhalb eines klar definierten Mitgliederkreises, der über die ASTAG legitimiert ist. Gleichzeitig wird bestehende Infrastruktur besser ausgelastet und kann zusätzliche Einnahmen generieren.

Entscheidend dabei ist: Der administrative Aufwand bleibt gering, da Nutzung und Abrechnung digital abgebildet sind.

Der grobe Zeitplan: Schritt für Schritt zum Rollout

Damit die Lösung rasch in die Praxis kommt und gleichzeitig sauber getestet werden kann, ist ein stufenweises Vorgehen geplant: Ende April 2026 startet eine Pilotphase mit rund 5 bis 10 Unternehmen. Ab August 2026 folgt die Betaphase mit weiteren Betrieben, bevor im November 2026 der Rollout für alle ASTAG Mitglieder vorgesehen ist.

So funktioniert ASTAG Charge – die technische Basis

ASTAG Charge basiert auf einer zentralen digitalen Plattform, die Ladeinfrastruktur, Nutzer und Abrechnung miteinander verbindet. Ziel ist es, Ladepunkte von ASTAG‑Mitgliedern sichtbar und nutzbar zu machen, ohne bestehende Systeme zu ersetzen oder zusätzliche Komplexität zu schaffen.

Ladestandorte werden über standardisierte Schnittstellen angebunden und in einem gemeinsamen Netzwerk zusammengeführt. So können sowohl Depotstandorte als auch halböffentliche Ladepunkte integriert werden. Die technische Architektur ist skalierbar ausgelegt und wächst mit dem Netzwerk.

Ein besonderer Fokus liegt auf E‑LKW‑spezifischen Informationen. Neben Standort und Ladeleistung werden auch für den Schwerverkehr relevante Angaben erfasst – etwa zu Zufahrt, Platzverhältnissen, Öffnungszeiten oder Belegung. Diese Informationen stehen sowohl in der App für Fahrer als auch im Portal für Disponenten und Flottenverantwortliche zur Verfügung.

ASTAG Charge ermöglicht zudem flexible Zugangs- und Preisregelungen. Anbieter behalten jederzeit die Kontrolle darüber, wer ihre Ladepunkte nutzen darf, zu welchen Zeiten und zu welchen Konditionen. Unterschiedliche Nutzergruppen und Preismodelle lassen sich digital abbilden, ohne administrativen Mehraufwand.

Alle Ladevorgänge werden automatisch erfasst und eindeutig zugeordnet. Die Abrechnung erfolgt konsolidiert und transparent, inklusive nachvollziehbarer Übersichten über einzelne Ladevorgänge. Damit wird das Teilen von Ladeinfrastruktur auch administrativ praktikabel.

Kurz gesagt:
Die Technik von ASTAG Charge ist kein Selbstzweck. Sie schafft die Grundlage dafür, dass ein funktionierendes, verlässliches und wirtschaftliches Ladenetzwerk im Verband entstehen kann.