Aktuell

Ein Macher mit Haltung – André Kirchhofer schlägt ein neues Kapitel auf

Veröffentlicht am 17.12.2025 | von Dominique Durtschi

19 Jahre Engagement, Dialog und Verantwortung: Mit dem Weggang von André Kirchhofer endet ein prägender Abschnitt der ASTAG-Geschichte. Im STR-Interview spricht er offen über seinen Abschied, die Branche und seine neue Rolle als Stadtpräsident von Zofingen.

Nach 19 Jahren bei der ASTAG schlägt André Kirchhofer ein neues Kapitel auf. Per Ende Jahr verlässt er den Verband, den er über fast zwei Jahrzehnte in unterschiedlichen Funktionen entscheidend mitgeprägt hat. Der Abschied erfolgt im Zuge seiner Wahl zum Stadtpräsidenten von Zofingen – eine neue Aufgabe, die mit grosser Verantwortung verbunden ist.

André Kirchhofer stand in all den Jahren für Kontinuität, Dialog und eine klare Haltung zugunsten des Strassentransports. Ob in der Verkehrspolitik, in komplexen Fachdossiers oder im direkten Austausch mit Mitgliedern: Er war eine verlässliche Stimme der Branche und ein wichtiger Teil eines eingespielten Geschäftsleitungsteams.

Anlässlich seines Weggangs wurde im STR, dem Verbandsmagazin der ASTAG, ein ausführliches Interview mit André Kirchhofer publiziert. Darin blickt er auf seine Zeit bei der ASTAG zurück, spricht über prägende Begegnungen, Herausforderungen der Branche und darüber, weshalb ihm der Abschied nicht leichtfällt. Gleichzeitig richtet er den Blick nach vorne und erklärt, was ihn an seiner neuen Aufgabe reizt.

André Kirchhofer, Sie waren fast zwei Jahrzehnte das Gesicht der ASTAG – was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie das Wahlergebnis gehört haben?
André Kirchhofer:
Das Wahlergebnis, also die Wahl zum neuen Stadtpräsidenten von Zofingen, hat mich unglaublich gefreut – und ehrlich gesagt auch überrascht. Vor einem Jahr hätte ich nicht fünf Franken darauf gewettet, dass ich quasi aus dem Nichts plötzlich Stadtpräsident bin. Gleichzeitig kam aber sofort der Gedanke: Das bedeutet, meine Zeit bei der ASTAG geht definitiv zu Ende. Zur Freude kam also auch Wehmut – und zwar nicht wenig.

Wann haben Sie gemerkt, dass es Zeit ist, ein neues Kapitel aufzuschlagen?
Gar nie. Ich habe nicht aktiv nach einer neuen Aufgabe gesucht, es hat sich einfach so ergeben. Mein Ziel war eigentlich, in den Stadtrat von Zofingen gewählt zu werden und weiter bei der ASTAG zu bleiben. Nach der überraschenden Abwahl der amtierenden Stadtpräsidentin und sehr vielen Gesprächen, unter anderem mit unserem Zentralpräsidenten Thierry Burkart, war jedoch klar: Das ist eine grosse Chance.

Das zeigt, dass Sie sich bei der ASTAG sehr wohlgefühlt haben. Was hat Sie in all den Jahren immer wieder begeistert?
Ganz klar: der Kontakt mit den Mitgliedern. Die Generalversammlungen der Sektionen, die Treffen der Fachgruppen – das war immer das Schönste. Dort spürt man, was die Branche bewegt. Es gibt Kritik, aber das ist gut so, daraus kann man lernen. Und es gibt Lob, Fachgespräche und viel Humor. In diesen Begegnungen steckt die Energie, die den Verband trägt.

Damit sprechen Sie ein wichtiges Thema an. Wie würden Sie den „ASTAG-Geist“ beschreiben – was macht diesen Verband aus?
Dass alle miteinander reden. Die Branche ist unglaublich vielfältig – vom Einmannbetrieb bis zum Grossunternehmen, vom Carunternehmer bis zum Schwertransport. Es gibt verschiedene politische Haltungen, aber der Spirit ist überall spürbar: Alle ziehen am gleichen Strick. Man kämpft nicht gegeneinander, sondern miteinander. Das ist für mich der wahre ASTAG-Geist – und genau das werde ich vermissen.

Sie kennen die Branche wie kaum ein anderer. Was wünschen Sie ihr für die Zukunft?
Ich wünsche ihr, dass sie diesen Elan, diesen Unternehmergeist beibehält. Die Branche hat in meiner Zeit einige Krisen gemeistert – von der Abklassierung der EURO-Norm 3 (2009) über die Aufhebung des Franken-Mindestkurses (2015) bis zur Corona-Zeit. Gejammert wurde selten. Stattdessen hiess es immer: Wir bleiben dran! Diese Haltung, dieses Vorwärtsschauen, das ist das, was die Branche stark macht.

Gibt es etwas, das Sie an der ASTAG besonders vermissen werden
Ja, die intensive Beschäftigung mit den verkehrspolitischen Dossiers beispielsweise mit der LSVA. Diese Tiefe der Auseinandersetzung werde ich vermissen. Im neuen Amt werde ich eher der Dirigent sein, der den Überblick behalten muss.

Welche Eigenschaften braucht man, um sowohl in einem Verband als auch in der Politik erfolgreich zu sein?
Fachkenntnisse sind die Basis – man muss wissen, wovon man spricht, und bereit sein, sich hineinzuknien. Dazu kommen Ausdauer und Hartnäckigkeit. Wichtig ist aber vor allem die Sozialkompetenz. Bei der ASTAG ging es darum, die Mitglieder ernst zu nehmen, mit ihnen im Gespräch zu bleiben.

Und zum Schluss noch etwas Privates: Wie feiern Sie einen solchen Meilenstein?
Wir haben natürlich angestossen, aber im kleinen Rahmen. Zuerst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen – das habe ich irgendwann gelernt.

Mit dem Weggang von André Kirchhofer verliert die ASTAG nicht nur einen langjährigen Vizedirektor, sondern auch eine Persönlichkeit, die den Verband fachlich und menschlich stark geprägt hat. Direktor Reto Jaussi würdigt die gemeinsame Zeit mit sehr persönlichen Worten:

Mit dem Weggang von André verlässt mich persönlich auch ein überaus geschätzter Sparringpartner und Freund. In den vergangenen 19 Jahren entwickelte sich die ASTAG zu einem starken Verband – und das eingespielte Geschäftsleitungsteam hat viele Herausforderungen gemeinsam gemeistert. Wir haben uns bestens ergänzt und uns gegenseitig respektiert und geachtet. Ohne André wäre die ASTAG nicht da, wo sie heute ist und seine Fähigkeiten werden uns sehr fehlen. Für diese Zeit danke ich André aus tiefstem Herzen und wünsche ihm alles erdenklich Gute in seiner neuen Rolle.

Die ASTAG dankt André Kirchhofer herzlich für seinen langjährigen, ausserordentlichen Einsatz und wünscht ihm für seine neue Aufgabe als Stadtpräsident von Zofingen viel Erfolg und Weitsicht.