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Delegiertenversammlung: Zusammenhalt und klare Entscheide

Veröffentlicht am 10.05.2026 | Aktualisiert am 11.05.2026 | von Dominique Durtschi

Die Delegiertenversammlung 2026 der ASTAG in Genf machte deutlich, dass die Branche vor grossen Aufgaben steht, Verband darauf jedoch mit Geschlossenheit und klarer Positionierung reagiert. In diesem anspruchsvollen Umfeld setzten die Delegierten wichtige Entscheide und bestätigten den eingeschlagenen Kurs.

Die Delegiertenversammlung wurde bereits am Vorabend mit einem von der Sektion Genf organisierten Programm eröffnet. Bei einem stimmungsvollen Auftakt mit viel traditionellem und regionalem Bezug präsentierte sich Genf als geselliger Gastgeber.

Mit einem besonderen Moment begann dann am Folgetag die Delegiertenversammlung 2026 im Hilton Geneva: Der Auftritt der „Vieux Grenadiers de Genève“, organisiert durch die gastgebende Sektion Genf, setzte gleich zu Beginn einen eindrücklichen Akzent. In historischen Uniformen und mit militärischem Auftreten sorgten sie für eine besondere Atmosphäre zum Auftakt.

Genf bildete den passenden Rahmen für eine Versammlung, die ganz im Zeichen aktueller Herausforderungen stand. Politischer Druck, wirtschaftliche Unsicherheiten und verkehrspolitische Fragen prägen das Umfeld der Branche zunehmend. Zentralpräsident Thierry Burkart machte deutlich, wie wichtig eine sorgfältige und tragfähige Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen ist. Gleichzeitig bleibt der Zusammenhalt im Verband entscheidend, um in diesem Umfeld wirksam zu bleiben.

Politische Arbeit zeigt Wirkung

Ein inhaltlicher Schwerpunkt war die Weiterentwicklung der LSVA. Das Dossier begleitet die ASTAG seit Jahren intensiv, mit zahlreichen Gesprächen, Stellungnahmen und politischen Interventionen. Die Zwischenbilanz fällt entsprechend differenziert aus: Zentrale Anliegen konnten im parlamentarischen Prozess verankert werden. Dazu gehören insbesondere eine bessere Planbarkeit für Unternehmen sowie Fortschritte bei der Integration neuer Technologien. Burkart sprach von einem «Zwischenerfolg», betonte jedoch zugleich, dass die Arbeit noch nicht abgeschlossen ist. Die Ausführungen machten auch sichtbar, was oft im Hintergrund bleibt. Politische Detailarbeit, kontinuierlicher Dialog und langfristige Einflussnahme sind zentrale Elemente der Verbandsarbeit. Nicht alles ist nach aussen sichtbar, die Wirkung zeigt sich jedoch im politischen Prozess.

Klare Entscheide in zentralen Fragen

Im statutarischen Teil folgten die Delegierten den Anträgen des Zentralvorstands in allen wesentlichen Punkten. Jahresbericht und Jahresrechnung 2025 wurden ebenso genehmigt wie Budget und Investitionsbudget 2026. Direktor Reto Jaussi zeigte auf, dass das Geschäftsjahr besser ausfiel als erwartet, gleichzeitig aber weiterhin strukturelle Herausforderungen bestehen. Die langfristige Sicherung der finanziellen Grundlage bleibe eine zentrale Aufgabe. Ein Schwerpunkt lag auf der künftigen Erhebungsmethode der Mitgliederbeiträge ab 2027. Im Vorfeld lag dazu ein Antrag der Sektion Bern vor, die eine Abweichung im Vorgehen forderten. Die Delegierten folgten jedoch dem Antrag von Zentralvorstand und Verwaltungsausschuss deutlich. Der Entscheid schafft eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Finanzierung der Verbandsarbeit. Auch die Wahlen verliefen im Sinne einer klaren Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. Mit Michel Limberis und Laurent Wuthrich wurden neue Mitglieder in den Verwaltungsausschuss gewählt. Marc von Bergen übernimmt das Vizepräsidium.

Persönlichkeiten prägen den Verband

Neben den inhaltlichen Themen prägten insbesondere die persönlichen Momente den Verlauf der Versammlung. Mehrere langjährige Persönlichkeiten wurden verabschiedet, darunter Henri Marti und Paolo Naselli aus dem Verwaltungsausschuss. Henri Marti hatte das Gremium über viele Jahre hinweg mitgeprägt und wurde für seine besonnene und weitsichtige Art gewürdigt. Paolo Naselli, seit 2018 Vizepräsident, hob in seiner Abschiedsrede die besondere Verbundenheit innerhalb des Verbands hervor und sprach von einer «einzigartigen Kameradschaft».

Zu den besonderen Momenten der Versammlung gehörte die Verabschiedung von André Kirchhofer. Nach 19 Jahren bei der ASTAG, zuletzt als Vizedirektor, zog er eine persönliche Bilanz und fasste seine Tätigkeit mit Blick auf ein zentrales Branchenthema zusammen: «Ich kann alles in einem Wort zusammenfassen: LSVA.» Seine Worte machten deutlich, wie eng persönliches Engagement und die Entwicklung wichtiger Dossiers miteinander verbunden sind.

Abschluss mit neuen Perspektiven

Zum Abschluss setzte Iwan Hächler von facts4future einen besonderen Akzent. Mit überraschenden, faktenbasierten Erkenntnissen und einer zugleich unterhaltsamen Präsentation zeigte er auf, wie stark Wahrnehmung und statistische Realität teilweise auseinanderliegen. Seine Ausführungen regten zum Nachdenken an und boten einen ungewohnten Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen. Damit bildete sein Auftritt einen passenden Abschluss der Delegiertenversammlung, bevor sich Delegierte und Gäste zum Austausch beim gemeinsamen Essen verabschiedeten.

Die Delegiertenversammlung 2026 zeigte insgesamt ein geschlossenes Bild eines Verbands, der sich seiner Rolle bewusst ist. Die ASTAG positioniert sich weiterhin als verlässliche Stimme der Branche in einem anspruchsvollen Umfeld. Der eingeschlagene Kurs basiert auf Kontinuität, klaren Prioritäten und der breiten Abstützung bei den Mitgliedern. Die Versammlung in Genf bestätigte diesen Anspruch und unterstrich den gemeinsamen Willen, die Interessen der Branche weiterhin geschlossen zu vertreten.