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TAGS: Modal Split, Multimodalität, Transit

POLITIK: Medienmitteilung, 20.09.2019 | AUTOR: André Kirchhofer

Schweizer Güterverkehrsbranche setzt sich für starke Ko-Modalität ein

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG, die SBB, der Verband des öffentlichen Verkehrs VöV sowie der Verband der verladenden Wirtschaft VAP haben heute ein gemeinsames Positionspapier unterzeichnet. Darin bekräftigen die Partner ihre enge Zusammenarbeit und ihren Einsatz für die tägliche Versorgung zugunsten der Schweizer Bevölkerung und Unternehmen. Ausserdem unterstützt die Güterverkehrsbranche den Verfassungsauftrag zur Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs.

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Medienmitteilung (PDF)
Positionspapier (PDF)

Mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels ist das Jahrhundertwerk Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) Ende 2020 fertiggestellt. Mit dem durchgehenden Viermeterkorridor von Basel nach Norditalien werden die Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs von Grenze zu Grenze von der Strasse auf die Schiene vorangetrieben und zusätzliche Kapazitäten für mehr als 240 000 Sattelauflieger pro Jahr geschaffen.

Ein Jahr vor der Eröffnung haben die SBB, der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG, der Verband des öffentlichen Verkehrs VöV sowie der Verband der verladenden Wirtschaft VAP heute am Bözberg ein gemeinsames Positionspapier unterzeichnet. Die Transportunternehmen und die verladende Wirtschaft bekräftigen darin, für einen nachhaltigen und leistungsfähigen Güterverkehr als Beitrag an eine ökologische und wettbewerbsfähige Schweiz einzustehen. Ausserdem unterstützt die Güterverkehrsbranche den Verfassungsauftrag zur Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs.

Nebst unternehmerischen Ansätzen sind optimale Rahmenbedingungen Pflicht

Sowohl auf der Schiene als auch auf der Strasse wurden und werden grosse unternehmerische Anstrengungen für einen zukunftsfähigen Güterverkehr unternommen. Dazu gehört beispielsweise die Einführung der automatischen Kupplung und Bremsprobe oder die Konzeption des innovativen Güterwagens auf Seiten von SBB Cargo. Die Strassentransporteure steigern ihre Effizienz laufend mittels innerbetrieblichen Optimierungen (z.B. Planung, Disposition und digitale Innovation). 

Nebst den unternehmerischen Ansätzen sind aber auch möglichst optimale Rahmenbedingungen notwendig. Aus Sicht der Güterbahnen, der Strassentransporteure und der verladenden Wirtschaft der Schweiz besteht Handlungsbedarf beim Infrastrukturausbau und den regulatorischen Rahmenbedingungen:

  • Zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit sind Investitionen in Streckenausbauten für den Güterverkehr erforderlich. Diese müssen zwingend in die Arbeiten für den nächsten STEP Ausbauschritt 2040/45 aufgenommen werden.
  • Formationsbahnhöfe müssen mit Annahmegleisen von 750 Metern Länge ausgebaut werden, Freiverlade sollen leistungsstärker werden. Ausserdem sollen für ko-modale Lösungen im Import/Export die Umschlagskapazitäten im Tessin erhöht werden.
  • Ebenso braucht es eine rasche Modernisierung des Schweizer Strassennetzes (Neuer Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds NAF bzw. Strategisches Entwicklungsprogramm Nationalstrassen).
  • Die heute geltenden gesetzlichen Regelungen des Güterverkehrs auf der Strassebleiben erhalten: Die LSVA, das Nacht- und Sonntagsfahrverbot für Lkw, die 40-Tonnen-Gewichtslimite und das Kabotageverbot sind in der Transportbranche unbestritten und sorgen für faire soziale und wettbewerbliche Bedingungen.
  • Netznutzungskonzepte sollen nachfragegerecht weiterentwickelt werden. Damit können teure Investitionen in die Infrastruktur vermieden werden. Gleichzeitig müssen Instandhaltungskonzepte der Infrastrukturbetreiber die Bedürfnisse des Güterverkehrs in der Nacht stärker berücksichtigen.

Ein leistungsfähiger, bedarfsgerecht organisierter Güterverkehr ist für die Versorgung der Schweiz existenziell wichtig. Wirtschaft und Bevölkerung sind auf innovative, ökologische und zukunftsfähige Transporteure angewiesen. Nur so wird die Post pünktlich zugestellt, sind die Regale der Warenhäuser gefüllt und Krankenhäuser mit notwendigen Medikamenten ausgestattet.


Weitere Informationen

Dr. André Kirchhofer

Vizedirektor
Telefon +41 31 370 85 21 | Mail


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