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PERSONENTRANSPORT: Grundsätze, 14.12.2017 | AUTOR: Stefan Huwyler

Fernbusse in der Schweiz

Domo Reisen hat auf auf den Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2017 noch keine Konzession für die drei beantragten nationalen Fernbuslinien erhalten. Gemäss dem Bundesamt für Verkehr (BAV) konnten nicht rechtzeitig alle notwendigen Zusicherungen von Grundeigentümern für die Nutzung von Haltestellen erbracht. Zudem wurde bekannt, dass sich Eurobus um insgesamt sieben Konzessionen für Fernbuslinien in der Schweiz bewirbt.

Die Verschiebung der Konzessionserteilung für Domo Reisen bestätigt die von der ASTAG wiederholt geäusserte Kritik, dass die konzeptionelle Grundlage für die Einführung von Fernbusverkehr im Schweizer Mobilitätssystem fehlt. Eine politische Diskussion wurde nicht geführt und ein nationales Terminal-Konzept liegt bis heute nicht vor. Der Bundesrat hatte im Oktober den seit längerem pendenten Bericht zum nationalen und internationalen Fernbusverkehr veröffentlicht. Nach Ansicht der Regierung sollen nationale Fernbuslinien in das bestehende öV-System eingebunden. Das geltende Kabotageverbot bleibt innerhalb der Schweiz unverändert bestehen. Die Anbieter von Fernbusverkehr innerhalb der Schweiz sollen nach dem Vorschlag des BAV klare Vorgaben erfüllen, um in den Besitz einer Konzession zu gelangen: Einbindung ins Tarifsystem, Transportpflicht, Fahrplanpflicht, Betriebspflicht sowie Einhaltung branchenüblicher Arbeitsbedingungen. Fernbus-Haltepunkte sollen zudem aufgewertet und besser ans bestehende öV-Netz angeschlossen werden.

Aus Sicht von ASTAG / Car Tourisme Suisse gilt es Folgendes festzuhalten: 
Eine vollständige Liberalisierung des Linienverkehrs, d.h. der Wegfall von Konzessionen (Motion Nantermod) muss ausgeschlossen bleiben. Nur durch die Vergabe von Konzessionen können die erwähnten Rahmenbedingungen vorgegeben und durchgesetzt werden. Für eine bedürfnisgerechte Mobilität, die alle Verkehrsträger gleichberechtigt miteinbezieht, braucht es ein Konzept für multimodale Verkehrsterminals. Nur so ist ein effizienter, lückenloser und möglichst umweltschonender Personenverkehr möglich. Dies unabhängig davon, ob nationale Fernbusse zugelassen werden oder nicht. Zudem ist das Kabotageverbot konsequent durchzusetzen. Es braucht klare Verantwortlichkeiten bei Behörden und Vollzugsorganen, eine massive Verschärfung der Kontrollen und eine deutliche Erhöhung der Geldbussen bei Vergehen.


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