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VERKEHRSINFRASTRUKTUR, 25.06.2021 | AUTOR: Anna Lena Kaufmann

Stauzahlen 2020: Staustunden trotz Covid-19-Lockdown

Das Nationalstrassennetz stösst an seine Kapazitätsgrenzen – das unterstreicht der heute vom Bund publizierte Bericht zum Verkehrsfluss auf Nationalstrassen in aller Deutlichkeit. Ein Infrastrukturausbau zum Wohle von Wirtschaft und Umwelt ist dringend nötig um massive Mehrkosten zu vermeiden. Der Covid-Lockdown hatte zwar zeitweise einen schmälernden Effekt auf die Überbelastung der Schweizer Strassen. Doch durch die Öffnungsschritte des Bundesrates im Sommer 2020 stieg die Anzahl Staustunden aufgrund des gesteigerten Individualverkehrs auf den Schweizer Strassen wieder massiv an.

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Medienmitteilung (PDF)

Link Medienmitteilung ASTRA

Während insgesamt 22’575 Stunden staute sich der Verkehr im Jahr 2020 – und das trotz des COVID-bedingten Lockdowns im Frühjahr 2020. Dies entspricht zwar im Jahresschnitt einer Abnahme um 25.3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Jedoch zeigt die genaue Analyse unter Berücksichtigung der Covid-Lockdown-Zeit, dass im Frühling 2020 die Verkehrsüberlastung stark eingedämmt wurde. Während dieser Zeit war nahezu nur das Schweizer Strassentransportgewerbe unterwegs, um die Ver- und Entsorgung in der Schweiz zu gewährleisten. Sobald der Individualverkehr aufgrund der aufgehobenen Einschränkungen wieder an Fahrt gewonnen hat, verdeutlichte sich bereits wieder die Auswirkung der fortschreitenden Verkehrsüberlastung.  

Erfreulich ist hingegen, dass die Problematik im zuständigen Bundesamt für Strassen ASTRA erkannt wurde und bereits erste Massnahmen eingeleitet sind, die aber noch intensiviert werden müssen Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG unterstützt die bereits lancierten Massnahmen des ASTRA. Jedoch haben die Staustunden auf dem Nationalstrassennetz seit ihrer Erfassung kontinuierlich zugenommen. Das Nationalstrassennetz stösst unter «normalen» Fahrleistungsentwicklungen zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Diese Tendenz hat fatale Folgen, in erster Linie für die Wirtschaft aber auch für die Umwelt.

Somit fordert die ASTAG weiterhin eine systematische Revision der Hauptachsen in Koordination mit dem Ausbau der Nebenachsen. Nach wie vor muss die Strasseninfrastruktur in den Kantonen und Agglomerationen rasch und ohne Verzögerung ausgebaut werden. Nur so kann der Verkehrsfluss ganzheitlich und lösungsorientiert verbessert und der teure Stau verhindert werden. «Jede verhinderte Staustunde ist Gold wert!», betont ASTAG Zentralpräsident Thierry Burkart, denn Stau führt nicht nur zu massiven Mehrkosten aufgrund Produktivitätsverlusten für das Transportgewerbe und für die Wirtschaft. Umweltschädlichkeit unter anderem durch den stop-and-go-Verkehr ist nur eine negative Auswirkung der zunehmenden Stauproblematik. Die Verkehrsüberlastung führt unter anderem auch zu Stress, Unfällen, Verspätungen und massiven Mehrkosten für die Wirtschaft.