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VERKEHRSINFRASTRUKTUR, 02.07.2020 | AUTOR: Anna Lena Kaufmann

Verkehrszahlen 2019: Mehr Umweltbelastung durch Stau – ASTAG fordert Investitions-Offensive

Die Staustunden sind im letzten Jahr wieder massiv angestiegen – so zeigt es die neueste Staustatistik des Bundes. Der Schweiz. Nutzfahrzeugverband ASTAG fordert daher den unverzüglichen Ausbau der Strasseninfrastruktur in allen Landesteilen. Mit gezielten Projekten muss die äusserst akute Stauproblematik, die auch die Umwelt stark belastet, endlich gelöst werden.

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Medienmitteilung (PDF)

Die Warnung des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands ASTAG vor einer weiteren massiven Verschärfung der Stauproblematik hat sich leider bewahrheitet. Gemäss den neuesten Zahlen des Bundes wurden 2019 insgesamt 30'230 Staustunden verzeichnet (2018: 27’406). Das ist eine Steigerung um 10.3 Prozent – mehr als je zuvor! Hauptursache ist nach wie vor die Überlastung der vorhandenen, in den 1960er Jahren geplanten Verkehrsinfrastruktur. «Leider wurden unsere schlimmsten Befürchtungen sogar noch übertroffen», sagt ASTAG-Zentralpräsident Adrian Amstutz: «Das Schweizer Verkehrssystem steht vor dem Kollaps!»

Stau = Produktivitätseinbussen = höhere Transportpreise
Eine weitere Verschärfung ergibt sich durch die aktuelle COVID-Krise. Schon jetzt ist ein grosser Teil der Bevölkerung vom öV auf den Individualverkehr umgestiegen. Der Grund sind die Distanzempfehlungen des Bundes. Mit der kommenden Maskenpflicht im öV wird sich dieser Effekt noch verstärken. Haupttreiber der negativen Entwicklung ist jedoch das starke Bevölkerungswachstum. Der Weg zur 10-Millionen-Schweiz, ermöglicht durch die freizügige Zuwanderung, führt unweigerlich zu mehr Verkehr, mehr Stau und mehr Kosten. Im Transportgewerbe muss gezwungenermassen immer mehr Zeit für das gleiche Auftragsvolumen aufgewendet werden. «Die Folge sind Produktivitätseinbussen und Mehrkosten», betont Adrian Amstutz klar und deutlich: «Wirtschaft, Gewerbe und Konsumentenschaft müssen sich auf höhere Transportpreise einstellen!»

Nicht zuletzt leidet auch die Umwelt unter Stau. Je mehr Stop-and-Go-Fahrten sowie Umwegverkehr es gibt, desto höher sind Treibstoffverbrauch, CO2-Ausstoss und Schadstoffemissionen. Wer die Klimabilanz im Verkehrssektor noch weiter verbessern will, muss in erster Linie für flüssigen Verkehr sorgen.

Investitions-Offensive als COVID-Massnahme
Die ASTAG fordert deshalb einmal mehr die unverzügliche Modernisierung und den Ausbau der Strasseninfrastruktur in allen Landesteilen. Die zum Teil bereits beschlossenen Massnahmen müssen endlich und rasch vorangetrieben werden. Nebst Unterhalt, Sanierung und Engpassbeseitigungen braucht es auch Kapazitätserweiterungen. Der Zeitpunkt ist gerade jetzt in der Coronakrise ideal.

Der gebeutelten Wirtschaft kann mit Investitionen in die Strasseninfrastruktur langfristig und wirksam geholfen werden – als wichtige Ergänzung zu den bisherigen, eher kurzfristig angelegten Massnahmen. Die nötigen Mittel stehen im Nationalstrassen- und Agglomerationverkehrsfonds NAF zur Verfügung.


Weitere Informationen

Dr. André Kirchhofer

Vizedirektor
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Anna Lena Kaufmann

Grundlagen Politik
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