Immer engagiert – für optimale Rahmenbedingungen Home Politik Verkehrsinfrastruktur

TAGS: NAF, Nationalstrassen, Stau

VERKEHRSINFRASTRUKTUR: Grundsätze, 16.01.2017 | AUTOR: André Kirchhofer

Beseitigung von Kapazitätsengpässen

Verkehrswege und -netze sind die Grundvoraussetzung von Verkehr. Als zentrale Faktoren für die Funktionsfähigkeit des Gesamtverkehrs haben sie Einfluss auf die Erreichbarkeit von Regionen und damit auf deren Position im internationalen Standortwettbewerb. Die Schweiz braucht deshalb eine gut ausgebaute, moderne Verkehrsinfrastruktur.

Im Vergleich mit der Schiene, wo die staatlichen Ausgaben pro Leistungskilometer sehr viel stärker anstiegen, wurde die Strasse in den letzten Jahren massiv vernachlässigt – trotz einer immensen Zunahme der Mobilität. Als Folge davon stösst der Strassenverkehr zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Tägliche Staus und Unfälle insbesondere auf National- und Hauptstrassen sind das Resultat. Pro Jahr entstehen dadurch rund 24'000 Staustunden und Kosten in der Höhe von 1,5 Mia. Franken. Ein bedarfsgerechter Ausbau des Strassennetzes ist deshalb dringend notwendig. Kapazitätserweiterungen müssen vor allem in den Agglomerationen, Städten und auf den Hauptachsen im Mittelland so rasch wie möglich projektiert und vor allem realisiert werden.

Bauliche Massnahmen drängen sich zunehmend auch auf der A2 am Gotthard auf. Das heute praktizierte Staumanagement bzw. Dosiersystem schränkt den freien Warenfluss gefährlich ein. Die langen Wartezeiten und Staus, die dadurch entstehen, sind für die betroffenen Verkehrsteilnehmer eine Zumutung. Zudem erhöhen sie das Unfallrisiko, führen zu Mehremissionen zulasten der Umwelt und schaden der Wirtschaft. Verschärft wird das Problem durch die Sanierungsarbeiten, die für die Zeit nach 2020 geplant und mit einer Total- oder Teilsperrung von mehreren Jahren verbunden sind. Ohne zweite Röhre als Ausweichmöglichkeit wäre die Anbindung an die Südschweiz gefährdet. Vor allem aber wäre die Schweiz auf lange Dauer vom norditalienischen Wirtschaftsraum abgeschnitten beziehungsweise nur sehr beschränkt verbunden. Für mehr Verkehrssicherheit, aus ökologischen, staatspolitischen, vor allem aber wirtschaftlichen Gründen braucht es deshalb eine zweite Tunnelröhre am Gotthard.

Die Mittel, die für die Verkehrsinfrastruktur eingesetzt werden, sind grundsätzlich knapp bemessen. Im Rahmen von Sparmassnahmen von Bund und Kantonen besteht zudem die Tendenz, sogenannte gebundene, d.h. regelmässige, fixe Ausgaben vor Kürzungen zu verschonen und zur Entlastung der Finanzhaushalte stattdessen das Investitionsvolumen zu reduzieren. Aufgrund der langen Realisierungsdauer darf die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur jedoch nicht ständig in die Zukunft verschoben werden. Dies gilt auch für neue Abstellplätze für Nutzfahrzeuge. Sie sind dringend zu realisieren.


Weitere Informationen

Dr. André Kirchhofer

Vizedirektor
Telefon +41 31 370 85 21 | Mail


Passend zum Thema