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AKTUELL, 04.09.2018

Helfen mit Herz!
Projekt «TAXIS FIRST RESPONDER»

Ein plötzlicher Herztod (engl.: Sudden Cardiac Death, SCD) ist per Definition ein unerwarteter, natürlicher, durch das Herz verursachter Tod bei Menschen mit bekannter oder unbekannter Herzerkrankung, an dessen Anfang ein plötzlicher Bewusstseinsverlust steht und der innerhalb der ersten 24 Stunden nach Symptom­beginn eintritt.

Helfen mit Herz!

An der TAXIS FIRST RESPONDER-Spendengala.
Wir laden Sie ein, dieses im wahrsten Sinne des Wortes lebensrettende Projekt zu unterstützen, im Rahmen der TAXIS FIRST RESPONDER-Spendengala am Freitag, 26. Oktober 2018 im Hotel Murten.

Hier geht es zur Anmeldung

Problematik
Ein plötzlicher Herztod ist die Folge einer Herzrhythmus­störung, also einer Störung in der Erregungsleitung des  Herzens: Dabei erhält das Herz keine regelmässigen elek­trischen Impulse mehr, die normalerweise den Herzmuskel dazu bringen, sich zusammenzuziehen. Infolgedessen gerät das Herz aus seinem gewohnten Rhythmus: Seine Schlagzahl steigt in den meisten Fällen stark an – von gewöhnlich 60 bis 80 Schlägen auf teilweise über 500 Schläge pro Minute. Daraus entsteht ein Herzkam­merflimmern – unkoordinierte Kontraktionen der einzel­nen Herzmuskelfasern. Dies bedeutet Herzversagen – es ist keine einheitliche Kontraktion des Herzmuskels mehr  möglich, so dass das Herz auch kein Blut mehr in das Kreislaufsystem pumpen kann. Das Kammerflimmern führt daher – ohne sofortige Behandlung – in Sekunden dazu, dass der Kreislauf zusammenbricht (Kreislaufstill­stand). Die Betroffenen sind nach ein bis zwei Minuten bewusstlos. Mit bleibenden Schäden ist nach drei bis fünf Minuten zu rechnen, nach durchschnittlich zehn Mi­nuten tritt der Hirntod ein. Plötzlicher Herztod tritt in der Schweiz mit einer Häufig­keit von jährlich etwa 10000 Fällen auf – meistens während oder direkt nach einer extremen körperlichen Belastung. Laut Statistik zählt plötzlicher Herztod so­ mit noch vor Krebs und Schlaganfall zu den häufigsten Todesursachen. Dennoch scheint die Öffentlichkeit den plötzlichen Herztod im Vergleich zu anderen Todes­ursachen stark zu unterschätzen. Die Überlebensrate im Kanton Freiburg von 3–7% stimmt mit dem nationalen Durchschnitt überein. Das Beispiel des Kantons Tessin, mit einer Überlebensrate von ca. 38% zeigt, dass die Schulung von nichtmedizini­schem Personal sowie ein breites Netz an AED zentral ist. Zurzeit verfügt der Kantons Tessin über ca. 3500 freiwil­lige Helfer (First Responder) sowie einem Netz von über 900 AEDs auf dem Kantonsgebiet.

Therapie des SCD

Droht ein plötzlicher Herztod, ist eine schnelle Therapie erforderlich: Nur durch geeignete Sofortmassnahmen lässt sich verhindern, dass ein schneller Tod eintritt. Ein plötzlicher Herztod lässt sich bei Kammerflimmern unmittelbar nur durch eine lebensrettende Therapie aus frühestmöglicher Defibrillation und gleichzeitiger lebens­verlängernder Herz-­Lungen-­Wiederbelebung abwenden:

Überlebenschancen

Der akute Kreislauf­stillstand ausserhalb des Spitals (Out-of-Hospital Cardiac Arrest=OHCA) ist ein Ereignis mit  schlechter Prognose. Die wenigsten Patienten können durch die Rettungsdienste rechtzeitig, also innerhalb der  kritischen Frist von 3–5 Minuten nach Eintreten eines Herz­-Kreislauf­-Stillstands erreicht werden. In der Regel  vergeht schon bis zur Alarmierung zu viel Zeit. Mit jeder verlorenen Minute aber sinkt die Chance, ohne wesentlichen Hirnschaden zu überleben, um 7–10 Prozent. Droht ein plötzlicher Herztod, hängt der weitere Verlauf in hohem Masse davon ab, wie schnell lebensrettende Sofortmassnahmen erfolgen: In der Schweiz beträgt die  Überlebensrate bei plötzlichem Herztod derzeit circa 5 Prozent. Diese Werte liegen weit hinter denen der USA  zurück: Dort überleben landesweit etwa 15 Prozent der Betroffenen – mit örtlichen Spitzen von bis zu 60 Prozent (Seattle). Die beste Prognose findet sich in Gegenden, wo man auf die sogenannte Public Access Defibrillation (PAD) setzt – mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren zum Beispiel in den Casinos in Las Vegas, wo das Sicherheitspersonal dank entsprechender Schulungen Wieder­belebungsmassnahmen beherrscht und automatische externe Defibrillatoren zur Verfügung stehen.

Lösungsansatz

Durch die hohe Anzahl von Taxis in der Stadt sowie Agglomeration, wären eine Ausrüstung der Fahrzeuge mit AED sowie die Schulung der Berufsfahrer sinnvoll. Die Taxibranche ist sich gewohnt und technisch aus­gerüstet, schnell durch die Taxizentrale erreicht zu werden und sich auf dem kürzesten Weg an einen bestimmten Punkt zu begeben. Ebenfalls verfügen die Taxifahrer in der Regel über gute bis sehr gute Kenntnisse des primä­ren Einsatzgebietes, was sich positiv auf eine kurze Anfahrt auswirkt. Des weitern können Taxis auch als PAD (Public Access Defibrillation) benutzt werden. Durch die Taxibeschriftung der Fahrzeuge und Leuchtanzeigen auf dem Dach sind sie am Tag sowie in der Nacht stets gut sichtbar. Taxistandplätze sind in der Regel in einer Stadt oder Ortschaft an belebten Orten wie Stadtzent­ren, Bahnhöfen usw. angelegt und gut beschriftet. Es könnte somit auf bestehende Infrastruktur zugegriffen werden um bei einem Notfall der hilfesuchenden Person schnellstmöglich den nächsten Standort eines AEDs aufzuzeigen.

Benötigte Mittel

Partner

Pilotphase

Während 2 Jahren (Sept. 2018–Aug. 2020) werden in den Städten Freiburg, Bulle, Murten, Kerzers und Bern sowie den dazugehörenden Agglomerationen 30 Taxis, mit AED's ausgerüstet, unterwegs sein. Die Fahrer der Fahrzeuge  werden einen gültigen BLS­-Kurs absolviert haben und die Fahrzeuge werden an die kantonale First­-Responder Applikation angeschlossen. Somit werden sie während 24 Stunden am Tag für Herz-Ereignisse in der Lage sein,  Hilfe zu leisten.

Projektkommission

Die Projektkommission überwacht die Entwicklung des Projekts, stellt Schwachstellen fest und verbessert sie. Sie trifft sich alle 3–4 Monate, bei Bedarf auch häufiger. Am Ende der Pilotphase erstellt sie einen Bericht und entscheidet über die Lancierung auf nationaler Ebene.

Weiterentwicklung
Nach erfolgter Pilotphase könnte dieses Projekt auf Städte wie Zürich, Basel, St. Gallen, Baden, Zug und Genf ausgeweitet werden. Durch eine gute nationale Vernet­zung der Initianten soll dies ein nationales Projekt werden. 

Theoretisches Potential durch Taxis in den Städten:

Total: ca. 2075 Taxis


Weitere Informationen

Peter Studer

Mitglied des Kaders
Telefon +41 31 370 85 48 | Mail

Linda Küng


Telefon +41 31 370 85 50 | Mail