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AKTUELL, 04.05.2022 | AUTOR: Dr. André Kirchhofer

Treibstoffpreise: Sofortmassnahmen statt Prüfaufträge – zugunsten der Versorgung und Entsorgung in der Schweiz!

Das Strassentransportgewerbe leidet zunehmend unter der Last der steigenden Treibstoffpreise. Der Schweiz. Nutzfahrzeugverband ASTAG begrüsst daher die Einsetzung einer Taskforce durch den Bundesrat. Notwendig sind jedoch rasche Gegenmassnahmen. Die Versorgung und Entsorgung in der ganzen Schweiz hängt entscheidend davon ab, dass der systemrelevante Betrieb der Transportunternehmen zu tragbaren Kosten aufrechterhalten werden kann.

Die Preisexplosion im Energiesektor, die mit Ausbruch des Ukraine-Kriegs eingesetzt hat, wirkt sich immer stärker aus. Aktuell dreht sich die Diskussion primär um Tanktourismus, Heizölkauf, Individualverkehr und Strombedarf im Winter. Genauso relevant ist jedoch die zunehmende Kostenbelastung im Strassengüterverkehr. Kaum eine andere Branche spürt die Auswirkungen der steigenden Dieselpreise so stark und unmittelbar wie das Transportgewerbe. Mit einem Anteil von bis zu 25 Prozent in der betrieblichen Kostenstruktur machen sich die Treibstoffkosten immer deutlicher bemerkbar – jede Lieferung, jede Abholung zugunsten von Wirtschaft, Gewerbe und Bevölkerung ist massiv viel teurer als noch vor einigen Wochen. Selbstverständlich ist das Transportgewerbe gezwungen, zumindest einen Teil der Mehrkosten an die Kundschaft bzw. letztlich die Konsumentinnen und Konsumenten weiterzuverrechnen. Trotzdem sind vor allem kleinere und mittlere Unternehmen mit Liquiditätsproblemen konfrontiert.

Fiskalische Entlastungen für systemrelevantes Strassentransportgewerbe

Vor diesem Hintergrund vertritt der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG die klare Haltung, dass es – analog zum Ausland – politische Massnahmen braucht. Konkret müssen, wie dem Finanzdepartement schon Mitte März schriftlich vorgeschlagen und wenig später in parlamentarischen Vorstössen von FDP, SVP und Mitte gefordert wurde, (vorübergehend) fiskalische Entlastungen realisiert werden. Die Einsetzung einer Task Force durch den Bundesrat ist insofern begrüssenswert. Noch besser bzw. dringend erforderlich sind jedoch sofortige Entscheide. Viel Geduld und langes Warten helfen jenen Transportunternehmen, die sich die Beschaffung von teurem, aber absolut betriebsnotwendigem Treibstoff kaum noch leisten können, nicht mehr weiter. «Vorerst zeichnet sich keine Entspannung ab», sagt ASTAG-Zentralpräsident Thierry Burkart: «Die Politik muss jetzt handeln, sonst kommen wir zu spät!» 

Das Ziel und die Aufgabe bestehen letztlich darin, die Versorgung und Entsorgung in der ganzen Schweiz trotz unsicheren (Energie-) Perspektiven weiterhin ohne Beeinträchtigungen sicherzustellen. So wie sich das Strassentransportgewerbe in der Coronakrise als systemrelevant erwiesen und auch bewiesen hat, ist die zuverlässige, pünktliche und flexible Zustellung von Gütern und Waren des täglichen Bedarfs in der Feinverteilung auch jetzt nur mit Nutzfahrzeugen möglich. Flottenstillegungen, mit denen bei anhaltender Dieselpreisbelastung leider gerechnet werden muss, würden nicht nur die Branche betreffen, sondern die ganze Wirtschaft und Bevölkerung. «Einen Kollaps von Güterverkehr und Mobilität dürfen wir auf keinen Fall riskieren – denn sie sind Grundlage unserer Versorgung», betont Thierry Burkart.

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Medienmitteilung ASTAG

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079 659 86 86
Bern, 4. Mai 2022


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