Die ASTAG pflegt einen guten Austausch mit UVEK und ASTRA. Dies bewährte sich bereits bei der Krisenbewältigung Ende 2023, nach dem Zugunglück im Gotthardtunnel. Auch jetzt, während der Sperrung der A13, soll sich diese Zusammenarbeit bewähren. Dazu formte die ASTAG noch am Wochenende eine Task Force. Eine der Sofortmassnahmen war die Erstellung einer Umfrage, um die Einschätzungen der Mitglieder abzuholen. Die hier präsentierte Auswertung bildet die Grundlage für konkrete Vorschläge gegenüber dem ASTRA und Bundesrat.


Grundsätzlich sind vier Gruppen feststellbar:
Nicht betroffen: Gruppe 1 ist mit 13% der Antworten die kleinste Gruppe. Sie erwarten keine Auswirkungen.
Wenig bis mittlere Auswirkung, indirekt betroffen: Gruppe 2 erwartet indirekte Auswirkungen und zählt 21% der Antworten. 8% davon erwarten wenig, und die anderen 14% erwarten mittlere Auswirkungen. Beide sehen die Situation eher gelassen aber erwarten in der Regel Mehrverkehr auf der Hauptachse über den Gotthard, was zu zusätzlicher Lieferzeit, Verzögerung und mehr Arbeitsaufwand (ARV) führen könnte.
Grosse Auswirkungen, indirekt betroffen: Gruppe 3 (29%) erwartet dieselben Auswirkungen wie Gruppe 2, befürchten aber Schlimmeres und schätzen die Lage deutlich prekärer ein.
Einschneidende Auswirkungen: Die grösste Gruppe (36%) ist durch die Schliessung direkt betroffen (tägliche Route). Sie erwarten erhebliche Auswirkungen und gehen davon aus, dass grosse Umwege gefahren werden müssen, was einschneidende Auswirkungen auf ihre Dienstleistungen haben wird.

Nicht betroffen: Gruppe 1 ist mit 18% Antworten die kleinste Gruppe. Sie erwarten keine Auswirkungen.
Wenig bis mittlere Auswirkung, indirekt betroffen: Gruppe 2 erwartet indirekte Auswirkungen und zählt 30 % der Antworten. 11% der Unternehmen erwarten wenig, 19% erwarten mittlere Auswirkungen. Beidesehen die Situation eher gelassen aber erwarten in der Regel Mehrverkehr auf der Hauptachse über den Gotthard, was zu zusätzlicher Transportzeit, Verzögerung und mehr Arbeitsaufwand (ARV) führen könnte.
Grosse Auswirkungen, indirekt betroffen: Gruppe 3 erwartet dieselben Auswirkungen wie Gruppe 2, befürchten aber Schlimmeres und schätzen die Lage deutlich prekärer ein – 22% der Antworten können hierzu gezählt werden.
Einschneidende Auswirkungen, direkte Betroffenheit: Gruppe 4 umfasst 30%. Sie ist durch die Schliessung direkt betroffen (oft befahrene Route). Diese Unternehmen erwarten erhebliche Auswirkungen und gehen davon aus, dass Aufträge verloren gehen, Routen erheblich umgeplant werden und grosse Zeiteinbussen einkalkuliert werden müssen; was einschneidende Auswirkungen auf ihre Dienstleistungen haben wird.
- Erhöhte Kosten pro Transportauftrag: Aufgrund der Sperrung der A13 entstehen je nach Region und Ortschaft zusätzliche Kosten zwischen 200,00 und 500,00 pro Transportauftrag.
- Mehrkilometer und höhere Betriebskosten: Da die A13 nicht befahrbar ist, müssen alternative Routen genutzt werden, die zu mehr gefahrenen Kilometern führen. Dies resultiert in höheren Kosten für die LSVA (Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe) und gestiegenen Treibstoffausgaben.
- Erhebliche Verzögerungen: Tägliche Staus von 5 bis 8 Stunden sind zu erwarten, was die Transportzeiten erheblich verlängert.
- Leistungsrückgang: Die Effizienz sinkt durch den erhöhten Fahrzeugeinsatz und die geringere Auslastung der Lastwagen. Die Kapazitäten können nicht optimal genutzt werden.
- Verlust von Aufträgen: Die Verzögerungen und erhöhten Kosten führen zu Auftragseinbussen, da Kunden möglicherweise zu anderen Anbietern wechseln.
- Kundenzufriedenheit: Die Unzufriedenheit der Kunden steigt aufgrund der längeren Lieferzeiten und der zusätzlichen Kosten.
- Erhöhter administrativer Aufwand: Es ist notwendig, die Kunden über Verspätungen und Mehrkosten zu informieren, was zusätzlichen administrativen Aufwand bedeutet.
- Mehr Personal erforderlich: Da die Routen bis zu zwei Tage länger dauern können, muss mehr Personal eingesetzt werden, um die Lieferungen abzuwickeln.
- Probleme mit der ARV: Die Einhaltung der Arbeits- und Ruhezeitverordnung (ARV) wird erschwert, was zu weiteren organisatorischen Herausforderungen führt.
- Frustration der Fahrer und Fahrerinnen: Sie sind durch den ohnehin schon vorhandenen Stau und die zusätzlichen Belastungen frustriert, was die Arbeitsmoral beeinträchtigen kann.
- Gebrauch des Rücktrittsrechts: Sollten die Mehrkosten auf die Kunden abgewälzt werden, könnten viele von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen, was zu einer signifikanten Reduzierung der Buchungen führen könnte.
- Erhöhte Betriebskosten: Durch die Sperrung der A13 müssen alternative Routen genutzt werden, was zu mehr gefahrenen Kilometern führt. Dies resultiert in deutlich gestiegenen Treibstoffkosten und erhöhten Wartungskosten für die Fahrzeuge.
- Erhebliche Verzögerungen: Tägliche Staus von 5 bis 8 Stunden sind zu erwarten, was die Fahrzeiten erheblich verlängert. Dies beeinträchtigt den Zeitplan und könnte zu verpassten Anschlüssen oder geplanten Aktivitäten führen.
- Verlust von Aufträgen: Angesichts der Unannehmlichkeiten könnten Kunden auf andere Verkehrsmittel wie Flugzeuge oder Züge umsteigen, was zu einem erheblichen Verlust an Aufträgen für die Reisebusunternehmen führt.
- SinkendeKundenzufriedenheit: Die Unzufriedenheit der Kunden steigt aufgrund der längeren Routen und der zusätzlichen Kosten. Dies kann zu negativen Bewertungen und einem schlechten Ruf für die betroffenen Unternehmen führen.
- Erhöhter administrativer Aufwand: Es wird notwendig sein, die Kunden kontinuierlich über Alternativrouten und Mehrkosten zu informieren. Dies bedeutet einen erheblichen zusätzlichen administrativen Aufwand, der Zeit und Ressourcen bindet.
- Frustrationder Fahrer/Fahrerinnen: Die Fahrer sind durch die ohnehin schon vorhandenen Staus und die zusätzlichen Belastungen frustriert, was ihre Arbeitsmoral und ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können.
- Logistische Herausforderungen: Die Planung und Koordination der neuen Routen erfordern mehr Aufwand und Flexibilität, was zusätzliche logistische Herausforderungen mit sich bringt.
- Beeinträchtigung geplanter Reiseziele und Routen: Die Sperrung könnte dazu führen, dass geplante Reiseziele und Routen geändert oder abgesagt werden müssen, was zu Unzufriedenheit bei den Kunden führt, und das Reiseerlebnis beeinträchtigt.
- Reduzierte Flexibilität bei kurzfristigen Buchungen: Die Unsicherheit und die Notwendigkeit, alternative Routen zu planen, könnten die Flexibilität der Reisebusunternehmen bei kurzfristigen Buchungen und spontanen Anfragen erheblich einschränken.
Die Abwälzung der Mehrkosten auf die Kunden stellt eine erhebliche Herausforderung dar. In vielen Fällen ist diese Möglichkeit nicht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festgehalten, was die Situation weiter verkompliziert.
Entlastung via LSVA: Es gibt Hoffnungen, dass der Bund mit einer Entlastung bei der LSVA entgegenkommen könnte, um die finanzielle Belastung etwas abzumildern.
Angewiesen auf Verständnis der Kundschaft: Die Unternehmen hoffen auf das Verständnis ihrer Kunden, dennoch besteht die Gefahr, dass Kunden verloren gehen, wenn die zusätzlichen Kosten weitergegeben werden. Während einige Unternehmen in ihren AGB bereits eine Möglichkeit zur Überwälzung dieser Kosten vorgesehen haben, haben andere hingegen feste Preise vereinbart, was die Weitergabe der Mehrkosten erheblich erschwert.
Keine Abwälzung: Die Reaktionen auf diese Situation sind sehr unterschiedlich. Die Minderheit der Unternehmen tendiert dazu, die Mehrkosten nicht auf die Kunden umzulegen, weil die Gefahr zu hoch ist, dass Kunden verloren gehen.
Zeitaspekt: Viele sind der Ansicht, dass, sollte die Sperrung der A13 länger als drei bis vier Wochen andauern, unbedingt Gespräche mit den Kunden geführt werden müssen, um eine Lösung zu finden.
Die Weitergabe der Mehrkosten an die Kunden stellt eine erhebliche Herausforderung dar. In vielen Fällen ist diese Möglichkeit nicht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festgehalten, was die Situation weiter verkompliziert. Zudem könnte das Rücktrittsrecht von Kunden in Anspruch genommen werden.
Die Unternehmen setzen auf das Verständnis ihrer Kunden, sind sich jedoch der Gefahr bewusst, dass sie Kunden verlieren könnten, wenn sie die zusätzlichen Kosten weitergeben. Nichtsdestotrotz halten es viele Reiseunternehmen für realistisch, die Mehrkosten an die Kunden weiterzugeben, da dies die einzige Möglichkeit ist, ihre Betriebskosten zu decken und weiterhin wirtschaftlich zu arbeiten.